Und nun doch Makrele

Was passiert, wenn man zum Fischhändler geht und nach Makrele fragt? Man bekommt eine – geräuchert. Denn wie schon gesagt, die frischen „die gehen hier gar nicht“. Nun ja, manchmal kann ich dann eben nicht aus dem Geschäft, ohne etwas zu kaufen, Wo ich doch schon explizit danach gefragt hatte. Und geräucherte Makrele ist ja auch nichts Schlechtes.

Zu Hause angekommen, aber ohne den eigentlich gewünschten Fisch im Gepäck, musste ich erst einmal überlegen, was ich damit anfange. Eine Makrele ist für mich und ein Essen zu viel. Auf Salat schmeckt sie prima, auf (geröstetem) Brot auch, klar. Aber ich hatte ein wenig mehr Zeit und Muße und die erste Portion wanderte so in ein Kedgeree. Wo hatte ich das zum ersten Mal gesehen? Bei Herrn Fearnley-Whittingstall oder Herrn Oliver? Ich weiß es nicht mehr. Aber es wird einer von beiden gewesen sein, denn dieses ursprünglich indische, von den englischen Kolonialherren mit Fisch und Eiern angereicherte Gericht, ist hier nicht sonderlich bekannt. In England/Indien wurde es vor allem als deftiges Frühstück gegessen. Aufgrund des salzigen Räucherfisches auch gern als Gegenmittel zum Kater. Für mich ist es ein leckeres Mittagessen, welches eigentlich eher zu einem verregneten Tag oder in die kältere Jahreszeit passt.

Rezepte hierfür gibt es wie Sand am Meer, probiert habe ich einige davon. Klassisch wird Kedgeree mit geräuchertem Schellfisch (engl. Haddock, ich muss immer an Captain Haddock aus Tim & Struppi denken..) zubereitet, dazu kommen Reis und klassische indische Gewürze wie Kurkuma oder Curry.

Ich habe mich für diese Variante entschieden:

Kedgeree mit Makrele

1 Portion

– 180g geräucherte Makrele, ohne Haut, Gräten entfernt

– 1/2 Schalotte

– 60g Reis, gemischt Jasmin & Wildreis

– 25g Butter

– 1 TL Curry, indisch

– 1 gekochtes Ei

– frische Petersilie

– 1 Spritzer Zitronensaft

– Salz und Pfeffer

Den Fisch in einer abgedeckten Pfanne mit 150ml Wasser zum Kochen bringen, dann auf kleiner Hitze etwa 6 Minuten köcheln lassen. Das Kochwasser auffangen und den Fisch warm stellen. Die Pfanne kurz ausspülen und die Hälfte der Butter darin zerlassen. Die kleingeschnittene Schalotte für etwa 5 Minuten glasig anschwitzen und dann das Curry dazugeben und gut unterrühren. Etwa eine Minute anbraten, dann den Reis dazugeben und mit dem aufgefangenen Kochwasser aufgießen.

Einmal gründlich verrühren, dann bei sehr kleiner Hitze abgedeckt köcheln lassen, bis der Reis bissfest ist. Den zerzupften Fisch dazugeben und noch 2-3 Minuten weitergaren lassen. Vom Herd nehmen, gehackte Petersilie, grob gehacktes Ei und Zitronensaft zugeben und sanft unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Restliche Butter unterziehen.

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Nun ist eine ganze Makrele eben doch zu viel. Schon länger lachten mich die Timbalen bei Valentina an. Das müsste doch auch mit geräucherter Makrele anstelle von Meerforelle funktionieren..?

Gesagt, getan:

Timbalen mit geräucherter Makrele und Spinat

für 4 (!) Förmchen mit 6cm Innendurchmesser

– 37g Butter und Butter zum Einfetten der Förmchen

– 25g Mehl

– 250ml Milch

– 1 Ei, getrennt

– 1 Messerspitze Muskatnuss

– Salz und Pfeffer

– 100g geräucherte Makrele, ohne Haut, Gräten entfernt, kleingezupft

– 1,5 EL Sahne

– 1 EL gehobelte Mandeln

– 500g Spinat ohne die Stängel

– 1 EL Sahne

25g Butter in einem Topf schmelzen, Mehl dazugeben und unter Rühren bei kleiner Hitze anschwitzen. Vom Herd nehmen, Milch unter Rühren zugeben, Muskatnuss zugeben. Zum Kochen bringen, unter Rühren bei geringer Hitze köcheln lassen, bis die Sauce andickt. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Ofen auf 220°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen, Förmchen fetten, Wasser im Wasserkocher erhitzen.Eigelb und Fisch unter die Sauce rühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben. Mit Salz und Pfeffer würzen. In die Förmchen füllen, diese in eine hohe ofenfeste Form stellen und bis zur halben Höhe der Förmchen mit heißem Wasser auffüllen. Für etwa 25min im Ofen garen.

Den Spinat waschen und in 12g geschmolzener Butter im Topf anschwitzen. Unter gelegentlichem Rühren bei geringer Hitze zusammenfallen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen, Sahne zugeben und vom Herd nehmen.

Das Gemüse in eine Auflaufform geben, die Timbalen darauf stürzen, mit der Sahne beträufeln und mit den Mandelblättchen bestreuen. Bei 180°C weitere 15min garen.

Mal etwas anderes, eine schöne Vorspeise (1 Timbale pro Person) oder Hauptspeise, dann vielleicht mit Couscous oder Salat. Ich fand die Timbale fluffig aber ein wenig fettig, vielleicht liegt es am alternativen Fisch. Vielleicht auch an der Sahne zum Übergießen am Ende.

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Und der Rest der Makrele kommt tatsächlich in den Salat!

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2 Gedanken zu “Und nun doch Makrele

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