Take it Sloe

Als ich in diesem Jahr Holunderbeeren sammeln wollte, hatte ich zunächst kaum Glück. Die Feldränder waren gar nicht so stark mit Holundersträuchern bewachsen, sondern viel mehr mit Schlehdorn. Die Früchte drängten sich mir geradezu auf und so wanderten doch einige Kilo in meinen Korb. Der bittere Geschmack ist nicht jedermanns Sache und so blieb die Frage was tun? Kein Problem, die Schlehe gibt mir selbst Zeit dafür. Denn eigentlich erntet man die Steinfrüchte erst nach dem ersten Frost. Die Bitterstoffe werden dann in der Pflanze abgebaut, ähnlich wie beim Rosenkohl. Man findet aber oft den Tipp, die Schlehen einige Zeit einzufrieren, um den natürlichen Frosteffekt nachzustellen. Ob das klappt? Mal sehen. Nachdem zwei Wochen rum sind, habe ich beschlossen, einen Teil zu Schlehenmus und einen Teil zu Schlehengin zu verarbeiten. Vielleicht hebe ich auch noch einen Teil der Früchte auf und probiere noch etwas anderes aus. Sloe Gin, Schlehengin ist eine leckere Angelegenheit. Gin im Allgemeinen ist seit einigen Jahren wieder in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes. Auch in Deutschland konnten so einige Destillerien wachsen und Gintastings, Gin-Destillierkurse und Apps zum Finden des besten Tonics zum Lieblingsgin sind da wohl nur logische Fortsetzung dieses Trends.

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Sollte es mir zu denken geben, dass laut einer Studie Gin-Trinker zu dunklen Persönlichkeiten neigen? Hm. Wenn Geschmäcker die Persönlichkeit beeinflussen, zählt dann die Häufigkeit oder Menge des jeweilig erlebten Geschmacks? Denn ich mag Scharfes, Süßes, Salziges, Saures ja genauso gern wie Bitteres (und nein, ich trinke natürlich nicht dauernd Gin).

Egal, der Sloe Gin zieht jetzt vor sich hin. Je länger je besser sagt man hier als Faustregel. Mindestens mehrere Monate, idealerweise etwa um ein Jahr. Take it sloe eben.

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Selbstangesetzter Schlehengin/Sloe Gin

für etwa 1l

  • 0,7l guter Gin (gerne auch mit Botanicals, also ein Gin mit weiteren Aromen außer Wacholder), mindestens 40%
  • etwa 300g Schlehenfrüchte, gewaschen, ohne Stiel, mehrere Tage oder Wochen tiefgekühlt
  • nach der Ziehzeit evtl. Zucker als Zugabe

Für das Sammeln der Schlehen gilt: Nur reife Früchte verwenden. Die sind leicht vom Strauch zu Pflücken, haben eine glatte Oberfläche, keine Madenlöcher und sind nicht steinhart. Die Früchte werden am besten über Nacht in eine Schüssel mit Wasser gegeben, so dass evtl. Maden die Früchte verlassen. Dann die Früchte verlesen, abtrocknen und einfrieren. Mit dem Gin in eine sterilisierte weithalsige Flasche geben. Die Früchte sollten etwa die Hälfte des Flaschenvolumens einnehmen. Nach Ablauf der Zeit den Gin abseihen (ggf. durch einen Kaffeefilter oder ein Mulltuch) und ggf. noch Zucker nach Geschmack zufügen.

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Mit den Früchten kann man dann aber noch einiges anstellen. Aber dazu dann etwa in einem Jahr mehr!

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