Wenn es kalt wird…

… sieht man Schnecken eher selten. Und wenn, dann haben sie sich schon winterfertig eingepackt – einen Kalkdeckel gebildet, der das Schneckenhaus verschließt (der aber, wie auch die Eierschale für das Vogelküken, luftdurchlässig ist) und die wechselwarmen Weichtiere vor Austrocknung schützt.

Die Wahrscheinlichkeit ein, zwei, … viele Schnecken zu entdecken, steigt dagegen indirekt proportional zur Entfernung zum Backofen – je näher man ihm kommt, desto eher hat man Erfolg! Ich habe welche mit Schlehenmus und Walnusskrokant gefunden, die letzten Herbstschnecken. Genau richtig für einen kalten, windigen Herbsttag, noch dazu mit einer würzigen heißen Schokolade! Dafür kommt man auch gern aus dem eigenen Schneckenhaus.

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Das Schlehenmus habe ich aus einem Teil der gesammelten und eingefrorenen Schlehen zubereitet – das ist mühselig, so ohne Flotte Lotte (die danach gleich auf den Wunschzettel gewandert ist), weil die Früchte aus fast 50% Stein bestehen. Wer daher alternativ auf das weniger säuerliche Pflaumenmus umsteigen möchte, kann das gerne tun, das stelle ich mir auch gut vor!

Hefeschnecken mit Schlehenmus und Walnusskrokant

für eine Springform mit 26cm Durchmesser

Schlehenmus:

  • etwa 650g Schlehen, gewaschen und geputzt eingefroren (über 2 Wochen) und aufgetaut
  • 80g Gelierzucker 3:1
  • 1/4 TL Nelken, gemahlen
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Vanilleextrakt oder 8g Vanillezucker

karamellisierte Walnüsse:

  • 150g Walnüsse
  • 100g Zucker
  • 20ml Wasser

Hefeteig:

  • 240g Weizenmehl 405
  • 260g Weizenvollkornmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 5g Salz
  • 50g weiche Margarine oder 50ml neutrales Öl
  • 32g Rohrohrzucker
  • 8g Vanillezucker
  • 90ml lauwarme Milch mit 140ml laumwarmem Wasser gemischt, oder 230ml Milch
  • etwas Butter für die Form
  • 40g Puderzucker
  • 1 EL Vanilleextrakt (nach C. Barcomi) oder Rum und etwas Vanillezucker
  • 50g Joghurt

Schlehen mit wenig Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und bei kleiner Hitze 1-1,5 Stunden köcheln lassen. Das Fruchtfleisch sollte sich weitestgehend vom Stein lösen. Durch die Flotte Lotte drehen oder, wie bei mir durch einen Durchschlag drücken und alle Kerne einzeln raussammeln. Das aufgefangene Fruchtfleisch sollte mit dem Saft etwa 250g wiegen. Dieses mit dem Gelierzucker, Zitronensaft und Gewürzen erneut auf- und unter Rühren einige Minuten einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, bzw. bis die Gelierprobe positiv ausfällt. Heiß in sterilisierte Gläser abfüllen oder gleich für die Schnecken zurückbehalten (ich habe dafür die gesamte Menge, etwa 330g, verbraucht).

Walnüsse grob hacken. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und bereitstellen. Für das Karamell Zucker und Wasser in einer Pfanne erhitzen und leicht einköcheln lassen. Nüsse zugeben und mit dem Karamell verrühren. Kurz bevor es die gewünschte Konsistenz erreicht hat auf das Backpapier geben und ausstreichen. Abkühlen lassen.

Für den Hefeteig alle Zutaten zu einem Teig verkneten und mit Frischhaltefolie abgedeckt gut eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen (bei mir, wie immer, der Backofen mit angeschaltetem Licht), bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat. Mit etwa Mehl erneut verkneten und auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 30x40cm ausrollen. Mit dem Schlehenmus bestreichen, dabei an den Rändern etwa 2cm frei lassen. Die Walnüsse darauf verteilen. Von der langen Seite her einrollen und die entstandene Naht nach unten legen, Außenseiten leicht nach innen einschlagen. In etwa 2cm breite Rollen schneiden. Die Rollen in eine mit Backpapier ausgelegte und am Rand mit Butter gefettete Springform legen und weitere 30 Minuten abgedeckt im Ofen gehen lassen. Dann Backofen auf 175°C Umluft vorheizen und die Hefeschnecken etwa 30-35 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

In der Zwischenzeit einen Guss aus Puderzucker, Rum bzw. Vanilleextrakt und Joghurt bereiten und den Kuchen noch heiß damit übergießen. Wer das nicht mag, kann die Hefeschnecken auch mit Puderzucker bestäuben.

Am besten schmecken sie noch lauwarm, zumindest aber am gleichen Tag. Habt ihr noch Lust auf eine würzige heiße Schokolade dazu? Dann einfach je nach Geschmack 75-100g Schokolade nach Wunsch in 250ml heißer Milch schmelzen und nach Wunsch würzen. In meinem Glas war noch 1/4 TL gemahlener Kardamom und 1/2 TL Zimt. Aber das klappt auch mit einer Prise Muskat, Chili, Nelke oder ganz einfach 1/2 TL Spekulatius- oder Lebkuchengewürz.

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Mein herbstlicher Beitrag zur Schneckerei bei baking & more – schaut mal rein, bestimmt sind wieder tolle Ideen zusammengekommen!

 

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3 Gedanken zu “Wenn es kalt wird…

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