Die bessere spanische Wegschnecke

Gärtner kennen diese „Landplagen“. Spanische Wegschnecken, eine – vor fast 50 Jahren offiziell dokumentiert – eingeschleppte Art. Ein Neozoon, welches sich an allerlei Gartenpflanzen vergreift und in geringer Zeit nur mehr die Blattstengel übrig lässt. Oft holt man sich die Gelege gleich mit neuen Pflanzen nach Hause.

Kein Wunder, dass mit der Zahl der Schnecken auch die Zahl der indischen Laufenten steigt, die gerne als Gegenmaßnahme gehalten werden. Dabei gibt es ebenso heimische Tiere, die die Vermehrung der Nacktschnecken verringern. Weinbergschnecken und einige Käfer fressen die Gelege, den Nacktschnecken auf den ersten Blick ähnliche Tiere, die Schnegel, fressen auch die geschlüpften Schnecken. Es ist also wünschenswert, den Nützlingen das Leben zu erleichtern. Weitere Tipps gibt es auch beim Nabu. Mal sehen, wie stark sie sich in diesem Jahr vermehren können. Beim Umtopfen sind mir jedenfalls schon ein paar begegnet.

Andere spanische Schnecken kommen dagegen viel besser an, auch aber nicht nur bei Gärtnern: Ensaimadas, eine spanische (mallorquinische) Spezialität.

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Bei mir mit Hefe und Sauerteig und, nicht wie im Original mit Schweine-, sondern mit Butterschmalz bzw. Rapsöl. Beides habe ich probiert. Die mit Öl bestrichenen funktionieren auch, sind meines Erachtens etwas dichter und schmecken eben eher neutral. Den Butter(schmalz)geschmack merkt man schon deutlich. Der Teig ging hier aber besonders schön in Schichten auseinander und hat eine schöne Porung. Wobei ich Fotos gesehen habe, die das nicht so fluffig zeigen. In Ermangelung originaler Erfahrung kann ich immerhin sagen, dass die Schnecken schmecken.

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Ensaimadas sind ein typisches Frühstücksgebäck zur Tasse Kaffee oder heißer Schokolade und als solches sollten sie auch vor dem Mittagsläuten gegessen werden. Ich denke, es bringt kein Unglück, wenn sie auf dem Nachmittagskaffeetisch landen. Wer die Schnecken bereits zum Frühstück servieren möchte, sollte die Gehzeit beachten. Sie sollte zwischen 12 und 24 Stunden liegen. Bei mir waren es etwa 20. Frisch und noch leicht warm schmecken sie (mir) am besten.

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Ensaimadas

für 6 Schnecken mit etwa 20cm Durchmesser

  • 350g Weizenmehl 550
  • 120g Zucker
  • 15g Roggenanstellgut, frisch
  • 1 Ei
  • 1 gute Prise Salz
  • 5g frische Hefe
  • 150ml lauwarmes Wasser
  • 125g Butterschmalz (ich habe Ghee verwendet) oder etwa 100ml Rapsöl/neutrales Öl zum Bestreichen
  • ggf. Puderzucker

Alle Zutaten außer Schmalz/Öl und Puderzucker mischen und von Hand oder maschinell so lange durchkneten, bis der Teig beim Fenstertest ein gut ausgebildetes Glutengerüst zeigt. Zieht man etwas Teig vorsichtig auseinander, erhält man eine dünne stabile Teigschicht.

Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen (Ofen & eingeschaltetes Licht), bis er sich etwa verdoppelt hat. Das dauert etwa 1,5 Stunden.

Dann in 6 gleich große Portionen teilen und diese auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn zu einem länglichen Fladen ausrollen und ggf. mit den Händen weiter ausziehen, bis er so dünn ist, wie Strudelteig, man also die Maserung/Musterung der Arbeitsplatte o.ä. durch den Teig sehen kann. Mit flüssigem Butterschmalz oder Öl bestreichen und von der langen Seite her einrollen. Diese Rolle nochmals in sich selbst verdrehen und dann spiralförmig, aber mit Abstand zwischen den Runden der Spirale auf ein mit Backpapier o.ä. ausgelegtes Blech legen. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und 12-24h bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Dann im vorgeheizten Backofen bei 200°C Umluft 10-15 Minuten goldbraun backen, dabei ggf. einmal wenden (nicht typisch, war bei mir aber bei einem Blech notwendig).

Etwas abkühlen lassen, dann nach Wunsch mit Puderzucker bestreuen.

Rezept von hier.

Simone von aus der Lameng sucht diesen Monat für den BreadBakingDay süße Brote oder Brötchen zum Kaffee. Ich hoffe, die spanische Variante passt hier dazu?!

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7 Gedanken zu “Die bessere spanische Wegschnecke

  1. Die schauen himmlisch aus – habe so ein Gebäck im Vorjahr auf Mallorca gegessen, ohne zu wissen, dass es eine Spezialität ist. Werde ich demnächst versuchen selbst herzustellen!

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