Erst um die Finger, dann um die Gabel gewickelt

Mal ehrlich, welches Kind von heute kennt noch Telefonschnüre?

Diese gedrehten Kabel zwischen Hörer und Gerät, zwischen deren Windungen man die Fingerspitzen klemmen und mit denen man die maximale Reichweite des Telefons austesten konnte (die aber nie an die zimmerumspannende amerikanischer Serien ranreichte). Die sich selbst oder unter Mithilfe der eigenen Fingerwickelei zu Wirrwarr verdrillten und an irgendeiner Stelle auf einmal einen gerade verlaufenden Abschnitt hatten.

In Zeiten von Handy und Funktelefon hat man doch  eher mit den Haarbändern zu tun, die das gleiche Aussehen haben, zu tun.

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Käse wie Telefonschnüre lang ziehen machen große und kleine Kinder dennoch gern, komme was wolle. Mit den Suppli al telefono darf man das auch gern. Den Namen haben sie tatsächlich vom Käse, der sich – ähnlich wie die Telefonschnüre – so lang zwischen den Reiskroketten ausziehen lässt. Dazu gibt es – ebenfalls ein Kinderliebling – Tomatensauce.

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Für die Suppli (der Name leitet sich von Überraschung ab) kann man übrig gebliebenes Risotto verwenden – perfekte Resteverwertung – oder eben abgekühltes frisch gekochtes. Das Grundrezept lässt sich geschmacklich natürlich abwandelt, es sollten nur nicht zu große Gemüsestücke o.ä. enthalten sein.

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Suppli al telefono mit Tomatensauce (Risottokroketten)

für 2 Personen (8-10 Suppli) und Tomatensauce für 3-4

für das Risotto

  • 1 Schalotte
  • 1 TL Olivenöl
  • 2x 15g Butter
  • 135g Risottoreis
  • 35ml trockener Weißwein
  • 450ml Gemüsebrühe, heiß
  • 25g Parmesan, gerieben

Schalotte fein hacken und in (15g) geschmolzener erhitzter Butter und Olivenöl in einem schweren Topf glasig anschwitzen. Reis dazugeben und kurz mitdünsten lassen, bis der Reis vollkommen vom Fett überzogen ist. Mit Weißwein ablöschen und die Flüssigkeit verköcheln lassen. Auf kleiner Hitze nun immer wieder portionsweise Brühe zufügen, bis der Reis die Flüssigkeit gerade eben aufgesogen hat. Dabei immer wieder rühren, um ein Ansetzen am Boden zu verhindern.

Ist alle Brühe verbraucht, den Topf vom Herd nehmen, Parmesan und restliche Butter unterrühren.

Für die Suppli das Risotto auf maximal handwarm abkühlen lassen.

für die Tomatensauce

  • 1 mittlere rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 EL Tomatenmark
  • (Erwachsenenvariante: 1 TL Harissapaste)
  • 1 TL gemischte italienische Kräuter (getrocknet, oder 1 EL frische)
  • 500g passierte Tomaten
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • 125g Cherrytomaten/kleine Datteltomaten
  • 1 TL Rohrohrzucker oder brauner Zucker
  • (Orangen-)Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
  • 2 Handvoll frische Basilikumblätter

Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel im warmen Öl glasig anschwitzen, den Knoblauch zugeben und 1-2 Minuten mitdünsten. Zimt, Tomatenmark und Harissa zuegeben und bei etwas höherer Hitze unter Rühren anrösten, bis es intensiv duftet. Kräuter zugeben und mit Tomatenpüree ablöschen. Bei kleiner Hitze aufköcheln lassen. Grob gewürfelte Tomaten und Lorbeerblatt zugeben. Zucker einrühren. 10 Minuten ohne Deckel bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Mit Salz, Pfeffer abschmecken und bis zum Servieren warmhalten, dann mit Basilikumstreifen anrichten.

für die Suppli

  • abgekühltes Risotto (s.o.)
  • 1/2 Kugel Büffelmozzarella
  • 4-5 EL Pesto (ich: Radieschenblätterpesto)
  • 5-6 halbgetrocknete Tomaten in Öl, abgetropft
  • Paniermehl
  • etwas Olivenöl zum Ausbacken

Mozzarella in 8-10 gleich große Würfel schneiden. Tomaten grob würfeln.

Risotto in 8-10 gleich große Portionen teilen. Auf der jeweils Handfläche zu einem breiten Fladen formen, darin etwa 1/2 TL Pesto mit dem Löffel etwas verstreichen. Tomaten- und Mozzarellawürfel daraufsetzen und vorsichtig mit beiden Händen zur Kugel formen. In Paniermehl wenden und in Öl bei mittlerer Hitze goldbraun von allen Seiten ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Mit der Tomatensauce oder zu Salat servieren.

Rezept für die Suppli aus Kochen: Grundtechniken,Rezepte und Profitipps*

Mein zweiter Beitrag zum Blogevent vom kochtopf, dieses Mal von Sarah erdacht.

Blog-Event CXXI - Mit Essen spielt man doch! (Einsendeschluss 15. Juli 2016)

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3 Gedanken zu “Erst um die Finger, dann um die Gabel gewickelt

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