Erwachsenenpschikologie

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Eltern berichten häufiger, wie sie ihren Kindern Obst oder Gemüse unterjubeln müssen. Püriert in der Sauce zu Nudeln sieht man die fiesen Vitaminbomben ja kaum noch, im Obstsalat oder -joghurt erscheinen auch die sonst verhassten Äpfel gar nicht mehr so bedrohlich. Pschikologie eben!

Dass Erlebnisse dieser Art nur zu haben sind, wenn man Kinder hat, ist allerdings nicht der Fall, da kann ich Entwarnung geben! Auch einigen Erwachsenen sollte man eher nicht zu detailliert erzählen, was denn da so im Essen ist (und ich rede hier nicht von Allergien etc, sondern von reiner Abwehrhaltung). Ob das geschlechtsspezifisch verschieden anzuraten ist, kann ich aufgrund zu kleiner Untersuchungsgruppe jedoch nicht berichten..

Der Mann ist manchmal tatsächlich so ein Exemplar. Er mag zum Beispiel keine Walnüsse (wobei die beispielsweise in Pesto gar nicht so schlimm sind, aber…), ich dagegen schon. Auch im Brot, das ich ja inzwischen fast ausschließlich selbst backe. So probiere ich mich natürlich fleißig durch Sauerteigbrote und auch solche, die eine lange kalte Gare hinter sich bringen müssen, denn der Geschmack ist einfach besser.

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Das fand der Mann auch, als er vom frisch gebackenen Walnussbrot die ersten Scheiben probierte: Lecker! Es blieb auch nicht bei einer Scheibe und als er sich dann nach einer Weile die zweite Ration (frisch gebackenes Brot überlebt eigentlich nur länger, wenn ich es nach dem Backen und Abkühlen auch noch Wegpacken kann…) holen wollte, machte ich allerdings einen Fehler.. Ich nahm tatsächlich an, dass ich mit dem Hinweis „Du, da sind übrigens Walnüsse drin, die magst du ja sonst eigentlich nicht“ tatsächlich einen positiven Effekt in Bezug auf Walnüsse erreichen könnte…

Wie naiv! Statt der Einsicht, dass eben diese Nüsse ja gar nicht so schlimm seien, erreichte ich glatt das Gegenteil: Hm, also jetzt wo ich das weiß, schmeckt das schon sehr nach Walnuss, nicht so mein Fall.

Ahja. Klar, der Geschmack ändert sich natürlich mit der neuen Information. Auch Pschikologie. Und mein Fazit: Besser mal was verschweigen und öfter auch was unterjubeln…

Nichtsdestotrotz: Das Walnussbrot ist wirklich lecker. Ich habe es aber auch schon mit Sonnenblumenkernen gebacken und kann es mir auch mit anderen Nüssen/Samen sehr gut vorstellen.

Hier die Variante für den Mann:

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Walnussbrot

für 1 Brot von etwa 1 kg Gewicht

  • 140g Weizenmehl 550
  • 240g Weizenmehl 1050
  • 70g Roggenmehl 1150
  • 1/4 TL Trockenhefe oder ein kleines Stück frischer Hefe von etwa 2g
  • 2 EL brauner Zucker
  • 10g Salz
  • 150g Walnüsse (s.o.)
  • 1 EL Weißweinessig
  • Etwas Mehl und Kleie zum Arbeiten

Am Vorabend Walnüsse grob hacken. Nüsse, Mehle, Hefe, Zucker und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Essig mit 350ml lauwarmen Wasser verrühren und unterrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Mit Frischhaltefolie abgedeckt bei Raumtemperatur 18 Stunden gehen lassen.

Dann die Arbeitsfläche mit etwas Mehl und Kleie bestreuen. Den Teig mit einer Teigkarte o.ä. vorsichtig auf die Arbeitsfläche gleiten lassen. Mit der Karte zunächst die Seiten zur Mitte hin umfalten, dann ebenso von oben und unten den Teig umschlagen. Noch 1-2 mal wiederholen, dabei sollte der Teig straffer werden.

Den Teig in eine mit einem sauberen Leintuch, das gut mit Mehl bestäubt wurde, mit der Naht nach unten geben und 2 Stunden bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen lassen.

Etwa 30 Minuten vor dem Ende einen gusseisernen Bräter mit Deckel im Ofen bei 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Vorsichtig (heiß!) den Brotlaib mit der Naht nach oben in den Bräter geben und den Deckel aufsetzen. 30 Minuten backen. Danach die Temperatur auf 230°C reduzieren und den Deckel abnehmen. Noch weitere 15 Minuten braun und knusprig backen lassen.

Auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt sowohl zu herzhaften als auch süßen Belägen. Es hat gebacken eine leicht rosa-lila Krume.

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Quelle:

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4 Gedanken zu “Erwachsenenpschikologie

  1. Die Psychologie kenne ich von den Kindern. Da versagen übrigens auch sämtliche Unterjubel-Tipps gestandener Pädagogen. Nix mit Gemüse ins Essen schmuggeln. Es wird immer gefragt: „Was ist da drin?“.Kinder sind halt doch weniger doof als Erziehungsratgeber oft voraussetzen…..

    Gefällt 1 Person

    1. Solche Ratgeber sind eben doch nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern allenfalls eine Sammlung möglicher „kann man ja mal ausprobieren“-Tipps. Aber was ist deine Konsequenz daraus? Wenn sich das Essverhalten nur durch das Wissen ändert, das Gericht aber vorher geschmeckt hat?

      Gefällt mir

  2. Pschikologie nennt sich das also *lach*. Genauso läuft das hier auch, dem GG oder auch +1 genannt, wird auf diese Art und Weise das ein oder andere Gesunde untergejubelt 😉 Sehr trefflich auch die Wikipedia Beschreibung mit den Hexen, mein Nickname ist Espressohexe – passt ja super 🙂
    Danke für diesen liebevollen informativen Post.
    Herzliche Grüße
    Nadja

    Gefällt 1 Person

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