Vorgeschmack

Sie blühen, erste kleine Beeren sind schon zu sehen! Die Johannisbeerbüsche im Garten werden gut tragen. Weiße und rote Beeren habe ich quasi geerbt, ein Stämmchen mit schwarzen Johannisbeeren mitgebracht. Ich selbst mag die roten und weißen Beeren nicht so gerne pur, aber gern gebacken. Darum muss ich wohl etwas kämpfen, denn ich habe hier einen, der die Beeren sofort vom Strauch naschen wird.

Da hilft nur der Konkurrenz die Beeren in Kuchen und Desserts schmackhaft zu machen! Hier allerdings noch mit eingefrorenen Früchten.

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Am Muttertag gab es ja nicht nur die Rhabarberscones, sondern auch einen Johannisbeerkuchen. Das war tatsächlich eine Resteverwertung im besten Sinne. Eigentlich wollte ich nämlich Heidesand mit ins Paket für meine Mama (die Heidesand liebt) packen.. doch.. es kam anders. Der Teig für den Schokoheidesand war schon vor dem Backen „mürbe“, krümelig und wurde auch nach ewiger Kühlzeit nicht fest. Also hatte ich mehr als genug Schokostreusel produziert, die eben anderweitig eingesetzt werden konnten.

Auf Pinterest (Fundgrube für fast alles) wurde ich dann fündig: Quarkkuchen mit roten Johannisbeeren und Schokostreuseln. Na bitte! Der Mann war aufgrund der Beeren mit im Boot (der mag nämlich eigentlich keinen Käse-/Quarkkuchen). Und weil er lecker war, landet er auch hier mit meinem abgewandelten Heidesandstreuselteig auf dem Blog.

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Johannisbeerquarkkuchen mit Schokostreuseln

für eine 26cm Springform

  • 330g Butter
  • 30g dunkle Kuvertüre (mind. 70% Kakaoanteil), grob gehackt
  • 300g Zucker
  • 50g Vanillezucker
  • 1/8 TL Meersalz
  • 400g Mehl
  • 4 EL Kakaopulver
  • 500g Magerquark
  • 300g rote Johannisbeeren (aufgetaut & abgetropft)
  • 3 Eier
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (oder man mischt selbst 5 EL Speisestärke, 1 EL Vanillezucker)

230g Butter in einer Pfanne leicht bräunen, Kuvertüre dazugeben und einrühren. In eine größere Schüssel füllen und im Kühlschrank fest werden lassen. Dann schaumig rühren, dabei nach und nach 250g Zucker und das Salz unterrühren.

Mehl und Kakaopulver in die Schüssel sieben und schnell mit den Händen zu einem krümeligen Teig verkneten. (Sollte das hier bei euch tatsächlich einer Heidesandmischung entsprechen, könnt ihr natürlich Rollen formen, in etwas Zucker wälzen, in Frischhaltefolie gepackt 1 Stunde kühlen. Dann bei 160°C Umluft in Scheiben von etwa 0,7cm Dicke etwa 15-18 Minuten backen.)

Kühl stellen. Währenddessen restliche weiche Butter mit dem verbleibenden Zucker & Vanillezucker schaumig schlagen, dann Eier nacheinander unterrühren. Quark mit Puddingpulver (resp. Stärke & Zucker) einrühren.

Backofen auf 175°C Umluft vorheizen. In einer gefetteten Springform die Hälfte der Streusel als Boden andrücken, Quarkmasse darüber geben und die Johannisbeeren darauf verteilen, darüber die restlichen Streusel. 50-55 Minuten backen. (Stäbchenprobe), vollständig auskühlen lassen.

Quelle: Welt der Köstlichkeiten

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Aus dem Garten

Rhabarber kann ich neuerdings aus dem eigenen Anbau haben – whohoo! Das hat wirklich etwas für sich. Und zuzusehen, wie die tollen rothäutigen Stangen mit den großen saftig grünen Blättern von Tag zu Tag größer werden, ist wunderbar.

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Hier sieht man noch die Blüte. Die wird aber bald entfernt, man soll sie essen können. (Viel habe ich dazu nicht gefunden: Dünn geschnitten über Salat, Geschmack ähnlich wie Brokkoli aber gut ausgebacken und mit Vanillesauce dazu?! Aha, ein sehr wildes Durcheinander!)

Am Muttertag gab es dann auch den ersten eigenen Rhabarber in praktischen Portionen. Der Mann mag Rhabarber ja insbesondere als Getränk, seit dem letzten Jahr aber auch im Kuchen. Da hat sich die Überzeugungsarbeit gelohnt! Das Rezept habe ich schon einige Zeit auf der Nachbackliste, weil es mich einfach angesprochen hat. Als ich dann fragte, was ich denn zum Muttertag backen solle, habe ich „vanilla bean“ unbewusst? falsch als Tonkabohne übersetzt – passt grundsätzlich ja auch. Das war dann auch der Grund, warum sofort ein „ja, das machst du!“ kam. Denn wir beide mögen die Mandel-Tonka-Creme* als Brotaufstrich sehr gern.

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Beim Zubereiten hatte ich diesen kleinen Übersetzungsfehler schon wieder aus dem Bewusstsein verdrängt und das Gefühl, ich würde spontan Tonka statt Vanille verwenden. Ob das wirklich so war? Jan hat mich jedenfalls wieder an die Ausgangssituation erinnert, nachdem ich den Guss mit der Tonkabohne bereits fertig angerührt hatte. Egal, wie es dazu kam, die Idee war jedenfalls die richtige!

Es sind also mit Rhabarberkompott gefüllte Scones mit Tonka-Guss entstanden, die allen geschmeckt haben.

IMG_5675Zum Nachbacken also hier das Rezept:

Scones mit Rhabarberfüllung und Tonka-Zitronenguss

für 8 etwa handgroße Scones

  • 3-4 Rhabarberstangen
  • 4,5 EL Zucker
  • Schale von 1/2 Zitrone
  • 3 TL Zitronensaft
  • 385g Mehl 405er
  • 1 TL Backpulver
  • 1/4 TL Salz
  • 60g kalte Butter
  • 250ml Buttermilch
  • 2 EL Buttermilch oder Sahne und etwas zum Bestreichen
  • ca. 175g Puderzucker
  • Abrieb von 1/4-1/2 Tonkabohne (z.B. von hier*)
  • Zitronenzesten nach Wunsch

Rhabarber waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden (etwa 5mm Kantenlänge). Mit 1,5 EL Zucker, Zitronensaft und fein geriebener Schale vermischt in eine ofenfeste Auflaufform geben und bei 190°C etwa 12 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Mehl, Backpulver, Salz, verbliebenen Zucker in einer großen Schüssel vermischen und die Butter in Flöckchen mit den Fingern einarbeiten, bis keine größeren Stückchen mehr zu spüren sind. 250ml Buttermilch zugeben und zunächst mit einem Löffel, dann mit den Händen vermengen und zu einem glatten Teig verkneten.

Auf einer leicht bemehlten Fläche etwa 5mm dick ausrollen und die Hälfte der Fläche mit dem Rhabarberkompott bestreichen. Die andere Hälfte darüberklappen und mit einem scharfen Messer in etwa 8 gleichgroße Dreiecke zerteilen.

Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für 15-20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 200°C Umluft vorheizen und die Scones mit etwas Buttermilch oder Sahne bestreichen. 15-18 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen.

Für den Guss Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit Sahne oder Buttermilch, dem Tonkabohnenabrieb (Feinreibe!) und nach Belieben einigen Zitronenzesten dick cremig verrühren. Auf die abgekühlten Scones geben und verteilen.

Abgeändert nach a cozy kitchen

Frühlingsgerichte suchen Zorra und Jeanette von Cuisine Violette ja auch noch – hier also noch ein süßer Beitrag von mir dazu!

Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Von Überfluss und Mangel

Es wäre eine Wiederholung, sollte ich die mal wieder anführen, wie knapp doch die Zeit ist. Die freie Zeit ging dennoch so schnell rum. Der Osterurlaub auf Usedom mit der Familie war verregnet, daher gibt es tatsächlich auch kein einziges Strandbild von mir. Da sich jedes zweite Familienmitglied berufen fühlte, einen Kuchen zur österlichen Kaffeetafel beizusteuern, war hier jedoch Überfluss gegeben.

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Zu spät für dieses, aber vielleicht passend für das nächste Jahr als Nachtrag noch das Karottenkuchenrezept von mir (ich habe die Zutaten für ein Blech verdoppelt, Aprikosenmarzipaneier und Mandeln in Kakaohülle sowie diverse Schokoeier darauf gegeben). Rückblickend zum letzten Jahr – auch hier gab es Karottenkuchen und auch Soleier – wieder passend, denn so ein Kuchen hält sich einfach über mehrere Tage gut und wird sogar besser.

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Und – die Mama hat auf unterschwelliges, wirklich sehr subtiles Bitten von meiner Seite her – tatsächlich den gern getrunkenen Mälzer’schen Orangeneierlikör gemacht – noch ein Rezept für eine eventuelle Eierlikörschwemme. Mal ohne Kuchen und ohne Backen, ohne Zabaione oder Eis. Aber lecker – sogar vom eierlikörverschmähenden Freund als gut trinkbar befundenen – Longdrink.

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Frozen Eierlikör Daiquiri

für 2-3 Gläser

  • 200ml Eiswürfel oder Crushed Eis
  • 125ml (Orangen)Eierlikör
  • 200ml Zitronenlimo (ich: Holsten Fassbrause Zitrone, also quasi alkoholfreies Radler oder Alster)

Eis und Eierlikör mit Standmixer oder dem Pürierstab zerkleinern, auf die Gläser auffüllen und mit Zitronenlimo/Radler auffüllen.

Quelle: lecker.de

Unterseebrot

In der letzten Zeit backe ich wieder mehr Brot, mal mit Sauerteig, mal nur mit Hefe. Gern gebe ich noch Nüsse und Samen oder Gewürze dazu. Beim Kauf meines letzten Backbuchs (Dough*)habe ich jedoch eine Zutat entdeckt, die ich bisher im Brot noch nicht gesehen habe: Wakame. Damit habe ich bereits gekocht (hier, dort sowie da) und den Geschmack konnte ich mir daher auch gut in Brot vorstellen.

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Für die Herstellung wird (wie im ganzen Buch) nur Hefe verwendet, kein Sauerteig. Daher ist das Brot auch in kürzerer zeit herzustellen und auch eher für Anfänger geeignet. Gebacken habe ich es dann auf dem Brotback-/Pizzastein. Die Krume ist schön, die Poren genau richtig und die Kruste ebenfalls gut. Der Algengeschmack ist dezent, aber vorhanden und so ist das Brot eher für herzhafte Beläge geeignet.

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Brot mit Wakame

für einen mittleren Laib

  • 250g Vollkornweizenmehl
  • 250g Weizenmehl 550er
  • 10g frische Hefe
  • 8g Salz
  • 10g getrocknete Wakame
  • 340g lauwarmes Wasser

Algen in einer Schale mit reichlich Wasser bedecken und etwa 10 Minuten quellen lassen.

Mehle vermischen und die Hefe hineinkrümeln. Salz, abgetropfte Algen und Wasser zugeben. Mit einem Holzlöffel vermengen und den Teig auf eine saubere, unbemehlte Arbeitsfläche geben. Mit wie Gabelzinken geöffneten Fingern seitlich unter den Teig greifen, diesen zu dir hinziehen und über den restlichen Teig hinweg in einem Bogen wieder nach hinten führen. Diese bogenförmige Bewegung etwa 5 Minuten lang wiederholen, damit möglichst viel Luft in den Teig gelangt. Dabei die Ränder immer wieder unter den Teig schieben. Der Teig wird mit der Zeit weniger klebrig und löst sich besser von der Oberfläche.

Die Arbeitsfläche leicht mehlen und den Teig zu einem runden Laib formen. Dazu den Teig von den Ecken her nach oben zur Mitte falten, dabei den Teigball jeweils um etwa 90° drehen. Laib wenden, so dass die Naht nun unten liegt. Den Laib in eine leicht bemehlte Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und bei etwa 37°C etwa eine Stunde gehen lassen.

Den Teig erneut mit einem Teigschaber oder einer Teigkarte aus der Schüssel auf die Arbeitsfläche geben und erneut zum Laib formen (s.o.). Wieder in die Schüssel geben und abgedeckt 45 Minuten gehen lassen.

Den Teig anschließend auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem länglichen Laib formen, dabei die Naht oben liegen lassen. Abgedeckt eine Stunde auf einem Stück bemehlten Backpapier gehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen (wenn vorhanden den Brotbackstein oder die Cocotte mit Deckel gleich mit aufheizen. Zum Ende hin eine ofenfeste Schale mit heißem Wasser in den Ofen stellen.

Laib auf den Stein/in die Cocotte stürzen bzw. auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Mit einem scharfen Messer nach Belieben einige schräge Einschnitte machen und für etwa 45 Minuten goldbraun backen. Das Brot ist durchgebacken, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.

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Bei Kaffee und Brot

Manchmal möchte man einfach etwas Schokoladiges, etwas, das einem dieses tiefe Wohlfühlaroma bringt. Es müssen nicht immer Kuchen oder Kekse oder gar Schokolade pur sein.

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Auf der Suche, was man denn für etwas andere Brote mit meinem Sauerteigstarter zubereiten könnte, stieß ich auf eines, das ich unbedingt und schnell ausprobieren wollte. Schokoladenbrot mit Cranberries. Mit Sauerteig! Das klang nicht nur interessant, das Ergebnis war auch absolut überzeugend. Obwohl hier relativ wenig Schokolade verwendet wird, ist das Aroma großartig und die zugegebenen Trockenfrüchte sorgen für ein saftiges Brot. Das ist definitiv eine Alternative zu Kuchen und bedarf keines Belags!

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Anstelle von getrockneten Cranberries möchte ich dieses Rezept demnächst abwandeln und Sauerkirschen, Physalis oder Ingwer verwenden. Auch Pflaumen sollten gut funktionieren. Die Schokolade werde ich beibehalten. Milch- oder weiße Schokolade besitzt aufgrund der anderen Zusammensetzung auch andere Backeigenschaften und das Aroma war wirklich toll.

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Saurteigbrot mit Schokolade und Cranberries

für ein kleines Brot von ca. 500g

  • 85g aktiver Roggensauerteig (100% Hydratation)
  • 165g Weizenmehl 550
  • 10g Kakaopulver, schwach entölt
  • 125g Wasser
  • 100g getrocknete Cranberries
  • zwei kleine Täfelchen Zartbitterschokolade (etwa 50g), grob gehackt

Sauerteig, Wasser, Mehl und Kakao gut mischen und 30 Minuten bei etwa 25°C stehen lassen.

Anschließend gut durchkneten (ich mach das per Hand, angegeben sind 10 Minuten auf langsamer Stufe). Dann Trockenfrüchte und Schokolade zugeben und erneut einige Minuten unterkneten.

Für 2-3 Stunden bei etwa 28°C abgedeckt gehen lassen, dabei den Teig nach je 60 Minuten einmal falten.

Mit etwas Mehl zu einem rund-ovalen Laib formen und für eine weitere Stunde bei Raumtemperatur abgedeckt gehen lassen.

Im Gärkörbchen oder in einer ausgemehlten Schüssel für 14 Stunden abgedeckt im Kühlschrank gehen lassen.

Am nächsten Tag den Ofen auf 270°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine feuerfeste Schale mit heißem Wasser auf den Ofenboden stellen. Brot auf ein vorbereitetes Backblech bzw. einen Brotbackstein geben und eine halbe Tasse Wasser auf den heißen Ofenboden schütten, um Dampf zu erzeugen. Etwa 30 Minuten backen, dabei die Temperatur schrittweise auf 220°C reduzieren. Brot herausnehmen und auskühlen lassen.

Das Rezept habe ich hier gefunden.

Pfannkuchen sind nicht gleich Pfannkuchen

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Heute ist Pancake-Day! Ein Tag für die vielfältigen Teigfladen. Den kann man durchaus mal wahrnehmen! Allerdings versteht ja nicht jeder unter dem Begriff Pfannkuchen das gleiche. Für mich sind Pfannkuchen nichts anderes als Berliner, also Schmalzgebäck mit Füllung (Marmelade oder Pflaumenmus, etwas anderes gehört für mich nicht in einen waschechten Berliner!), die man ja zum Fasching oder Karneval überall sieht (Instagram hat mir da ja einen solchen Jieper bereitet, dass ich sonntags beim Bäcker schon enttäuscht war, als ich keine bekam). Alles, was in der neuen Heimat unter Pfannkuchen verstanden wird, heißt in der alten Heimat Eierkuchen. Den Begriff Eierkuchen kennt hier niemand, würde ich beim Bäcker nach einen Pfannkuchen fragen, erntete ich wohl fragende Blicke. So bin ich also gezwungen je nach Adressat und Ort den richtigen Begriff zu wählen. Aber an diese Art Zweisprachigkeit habe ich mich inzwischen so gut wie gewöhnt. Analog dazu ja auch bei der Uhrzeit (dreiviertel vs. Viertel vor).

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Unter amerikanischen Pfannkuchen versteht man nun aber meist noch etwas anderes: Meistens sind diese kleiner im Durchmesser, aber höher, denn sie werden mit Backpulver oder Natron gemacht, was sonst nicht unbedingt der Fall ist. Während man also bei französischen Crêpes gerne hauchdünne Teigfladen erhalten möchte, können amerikanische Pancakes nicht fluffig und dick genug sein. Beides zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der hochvariablen Pfannkuchenkultur, die es ebenso auf den anderen Kontinenten gibt. Dass es dann sowohl herzhafte als auch süße Varianten gibt, erhöht die Zahl der Rezepte nur noch.

Ich habe mich für eine frühstückstaugliche Pancakevariante entschieden, die aber auch herzhaft gegessen werden kann, denn im Teig selbst ist kein Zucker. Statt nur mit Mehl zu arbeiten, kommt hier auch Quinoa zum Einsatz und die verwendeten Gewürze lassen sich ebenfalls durch Kräuter, Paprika, Curry etc. austauschen. Dazu passen zum Beispiel Naturjoghurt mit Früchten, geröstete Nüsse, Fruchtmus oder Kräuterquark.

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Die gekochte Quinoa (laut Duden tatsächlich mit weiblichem Artikel!) kann schon am Tag zuvor zubereitet werden, das verkürzt die Zubereitungszeit um gut 20 Minuten.

Vollkornpancakes mit Quinoa

für 2 Portionen, also etwa 8 Pancakes von Handtellergröße

  • 45g Quinoa,getrocknet
  • 90g Vollkornweizenmehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 gute Prisen Salz
  • 1/4-1/2 TL Zimt, nach Geschmack
  • 1 Prise Muskat
  • 160g Naturjoghurt (1,5% Fett oder mehr)
  • 60ml Milch
  • 1 Ei
  • etwas neutrales Öl zum Braten (ich: Rapsöl)

Quinoa mit der doppelten Menge (90ml) Wasser zum Kochen bringen und dann bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten köcheln und quellen lassen. Umrühren und ggf. weiter ohne Wärmezufuhr ausdampfen lassen. Lauwarm abkühlen lassen (oder am Tag zuvor vorbereiten).

Restliche Zutaten zugeben und schnell zu einem glatten Teig verrühren.

Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und jeweils einen gehäuften EL pro Pancake hineingeben, Teig etwas glatt streichen. Bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldbraun braten. Die Oberfläche der Pancakes sollte vor dem Wenden leicht löchrig werden (das sind die entstehenden Bläschen, die den Teig so luftig machen und an der Oberfläche geplatzt sind) und nicht mehr so flüssig sein. Kurz auf Küchenpapier ablegen und mit Früchten o.ä. servieren.

Rezept abgeändert von hier.

Mir hat es geschmeckt, und das liegt nicht nur am süßen Teller 😉

Kochbuchchallenge Teil 1.2 – Game of Thrones

Zu lange Nächte, zu kurze Tage. In letzter Zeit schlafe ich nicht immer gut, aus unklaren Gründen. Was macht man in so langen Nächten? Man kann zum Beispiel das ein oder andere Dessert vorbereiten. Natürlich hätte ich es auch lieber tagsüber gemacht und wünsche euch, dass auch ihr das nicht zu nächtlicher Stunde in Angriff nehmt. Aber hier bot sich das an, denn das vorgestellte Dessert gab es hier zum Valentinstag.

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Wie schon hier erwähnt, gehört das vorgestellte Kochbuch* ja nicht mir, sondern dem Liebsten, der sich beim ersten Durchblättern sofort in die „Rahmschwäne“ verliebt hat. Die wolle er unbedingt mal haben. In der Hoffnung, dass er diesen, schon vor gut einem dreiviertel Jahr geäußerten, Wunsch bereits vergessen hat, habe ich mir die zierlichen Baiserschwäne für das Abendessen am sonst nicht groß zelebrierten „Feiertag“ aufgehoben.

Im Original wird hier ein „Unterbau“ aus Frozen Yogurt, Sorbet oder gutem Vanilleeis empfohlen. Abgebildet sind die Rahmschwäne (der Name ist irreführend, da hier keine Sahne verwendet wird) im Buch* zusätzlich auf einem See von Granatapfelkernen. Auch dieses Rezept stammt aus dem Kapitel Der Süden. Meine Baiserteile stecken in (gekauftem) Zitronensorbet.

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Ich habe gleich noch ein weiteres Rezept, das ich schon länger ausprobieren wollte mit den Baiserschwänen kombiniert: Blancmange (Das Rezept stammt allerdings nicht aus dem Buch, sondern von hier).

Dieser Mandelpudding ist sehr leicht herzustellen und eine unbedingte Empfehlung für Mandelliebhaber – lecker!

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Aber hier erstmal die beiden Rezepte für euch:

Rahmschwäne (Baiserschwäne)

für 3-4 Schwäne + Ersatzteile

  • 3 Eiweiße
  • 1/4 TL Mehl
  • 175g feiner Zucker
  • je Portion eine Kugel Vanilleeis, Sorbet oder Frozen Yogurt
  • nach Belieben etwas Obst, z.B. Granatapfelkerne

Ofen auf 100°C vorheizen.

Eiweiße und Mehl steif schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden, dann nach und nach den Zucker zugeben, dabei immer so lange schlagen, bis der Zucker sich jeweils aufgelöst hat. Der Eischnee sollte jetzt feste Spitzen bilden, wenn man den Rührbesen aus der Masse zieht, das dauert etwa 5 Minuten.

Den Eischnee nun in einen Spirtbeutel z.B. mit mittlerer Sterntülle füllen und nach Wunsch eher filigrane oder flächige Flügel, geschwungene Köpfe mit Hals und pro Schwan einen flächigen Boden auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen. Ruhig ein paar Hälse und Flügel mehr als Ersatz spritzen. (Im Buch sind verschiedene Varianten und „Schablonen“ abgebildet.)

Etwa 40 Minuten backen, dann die Hälse testen. Sind sie durchgebacken vorsichtig vom Blech auf ein Gitter o.ä. legen und vollständig abkühlen lassen. Restliche Teile etwa 40 Minuten weiterbacken. Die Meringue sollte nicht bräunen, eher trocknen.

Die vollständig ausgekühlten Schwanenteile zusammenbauen: Auf den Boden eine Nocke/Kugel setzen. Den Hals vorsichtig in ein vorher mit einem Essstäbchen o.ä. eingedrücktem Loch einpassen, die Flügel an die Seiten andrücken.

Blancmange

für 3-4 Portionen

  • 1 Blatt Gelatine
  • 188g Milch (ich habe 1,5% Fettgehalt verwendet)
  • 38g gemahlene, blanchierte Mandeln
  • 38g Puderzucker
  • 3 Tropfen Bittermandelaroma
  • 112ml kalte Sahne

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. In der Zwischenzeit die Milch zum Köcheln bringen, Mandeln zugeben und unter Rühren bei geringer Hitze etwa 4 Minuten sanft köcheln lassen. Durch ein Haarsieb geben, dabei auf etwas feine Mandelmasse durchdrücken (Der Rest ist prima im Müsli.).

Die Gelatine ausdrücken und mit einem Schneebesen in die Milch einrühren.Puderzucker und Mandelaroma ebenfalls einrühren. Alles in einer größeren Schale etwa 25 Minuten im Kühlschrank abkühlen lassen.

Am Ende der Kühlzeit die Sahne steif schlagen und mit einem Schneebesen unter die Mandelmasse heben. In Dessertgläser oder -schalen füllen und über Nacht oder 6-8 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

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Last Minute Mandeln

Kaum etwas fängt den Weihnachtsmarktgeruch so ein wie gebrannte Mandeln. Diese süße Leckerei riecht man von weitem und dieser Geruch gehört für mich zu Weihnachten und zum Weihnachtsmarkt einfach dazu. Inzwischen werden an vielen Ständen nicht nur die klassischen gebrannten Mandeln angeboten, sondern viele weitere Aromen wie Schoko-Minz, Apfel oder Spekulatius. Auch ich probiere gerne andere Geschmacksrichtungen aus, denn selbstgemachte gebrannte Mandeln sind einfach und schnell gemacht und eine schöne Kleinigkeit zum Verschenken. Wenn ihr also noch eine Idee für eine kleine Leckerei sucht und euch dabei nicht mal eine Pfanne schmutzig machen wollt, dann sind die Gewürzmandeln aus dem Ofen wahrscheinlich genau das richtige für euch!img_4871

 

Die Varianten sind fast unbegrenzt. Meine Gewürzmandeln sind süß und würzig, da Pimentón de la Vera – geräuchertes Paprikapulver – verwendet wurde. Aber auch Curry oder eine größere Menge Salz sind lecker!

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Gewürzmandeln/-nüsse aus dem Ofen

für250g Mandeln, Pecannüsse, Walnüsse, Cashews…

  • 35 g brauner Zucker
  • 65g weißer Zucker
  • 3/4 TL Salz
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Pimentón de la Vera*
  • 250g Nüsse (ich: Mandeln mit Haut und Cashews)
  • 1 kleines Eiweiß (ca. 2 EL)
  • 1 TL Wasser

Den Ofen auf 150°C vorheizen. Zucker, Salz, Gewürze gut in einer größeren Schüssel mischen. Eiweiß mit dem Wasser schaumig aufschlagen, es soll aber nicht steif werden. Die Nüsse zum Eiweiß geben, so dass sie damit überzogen werden. Dann herausnehmen und in die Zuckermischung geben und darin mit dieser bedecken. Gut verteilt auf ein mit Backpapier oder -folie bedecktes Backblech geben und etwa 30 Minuten backen, dabei 1-2 mal umrühren/wenden. Danach aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Luftdicht aufbewahren.

Etwas verändert nach einem Rezept von smitten kitchen.

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Double Choc(er)

Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Im Großen wie im Kleinen. Gefühlt war doch gerade erst Mai? Und wieso ist der Urlaub schon wieder vorbei? Ab Montag (denn hier gibt es in der kommenden Woche keinen Feiertag) geht es wieder los und auch, wenn die Sonne und die Wärme gut tat, ein wenig mehr hätte nicht geschadet. Sagt man das nicht immer? Könnte es nicht noch ein bisschen mehr sein? Ein bisschen mehr Freizeit, ein bisschen mehr Erholung.. Ich denke, diesen Wunsch kann fast jeder nachvollziehen. Der Mann und ich haben uns deswegen vorgenommen, regelmäßig kleine Erholungsimpulse zu setzen. Dabei soll uns das Lübeck-Buch helfen, in dem es Gutscheine für Restaurants aber auch Schwimmbäder, Theater etc. gibt. Das gibt es vielleicht auch für eure Stadt, schaut doch mal nach!

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Heute geht es nochmal an den Strand – das macht man trotz der Nähe zum Meer viel zu selten. Im Gepäck haben wir etwas, das auch ein bisschen Mehr enthält: Double Choc Mini Muffins, im Gruselkostüm. Weiße Schokolade finde ich am leckersten, wenn sie gebacken wurde. Das leichte Karamellisieren macht da den Unterschied für mich. Wenn ihr keine weiße Schokolade mögt, könnt ihr natürlich genauso gut zu eurer Lieblingssorte greifen! Der dunkle Teig erinnert ungebacken an luftige Mousse und bleibt auch nach dem Backen schön locker.

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Double Choc Muffins

für 9 kleine Muffins oder 4-5 normal große (6cm Bodendurchmesser der Form)

  • 40g brauner Zucker (ich: Tate&Lyle)
  • 40ml Rapsöl
  • 3 EL Backkakao
  • 3 EL warmes Wasser
  • 1 Ei
  • 1 gute Prise Salz (ich: Vanillesalz)
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 100g Joghurt
  • 110g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 40 g weiße Schokolade, grob gehackt

Braunen Zucker, Öl, Kakao und Wasser mit dem Mixer miteinander verrühren. Ei, Salz, Vanilleextrakt und Joghurt zugeben und weiter mixen. Nun Mehl und Backpulver zufügen und vermengen, bis sich alles gerade eben vermischt hat.

Den Ofen auf 200°C Umluft vorheizen. Den Teig in die (gefetteten Mulden des Muffinsblechs bzw.) Förmchen füllen (für die kleinen Förmchen mit 5cm Durchmesser sind 2 EL genug) und mit der weißen Schokolade bestreuen. 8 Minuten backen, dann die Temperatur auf 175°C reduzieren und erneut 8-9 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

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Und weil diese kleinen Choc(k)er so schnell gemacht sind, gehen sie glatt als Blitzrezept durch! Bei ichbacksmir von tastesheriff werden genau solche gesucht und gesammelt – schaut mal bei Clara vorbei!