Allein zu Haus

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Zusammen wohnen ist schön, keine Frage. Ab und zu allein zu Hause sein, ist dennoch nicht so schlimm, da ich dann Gelegenheit habe etwas zu kochen, dass der Mann nicht mag. Ich müsste natürlich auch nicht in seiner Anwesenheit auf Auberginen, grüne Paprika, Blumenkohl, Rotkraut,… oder Fisch verzichten, aber doppelt kochen muss eben auch nicht sein.

Und so gab es die Fenchelklöße, die mir schon beim ersten Blick (na, worauf wohl?) in die Guardian-Kolumne auffielen, dann auch, als der Mann aushäusig war. Fenchel mag er nämlich auch eher nicht. Aber ich bin mir hier nicht sicher, ob ihm die Klöße nicht doch geschmeckt hätten. So stark kommt der typische aromatische Geschmack des Fenchels hier nicht durch.

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Die Klöße sind schön herzhaft, passend für diese Jahreszeit. Ursprünglich als Vorspeise gedacht, habe ich sie als Abendessen zubereitet. Etwas Vorbereitungszeit ist allerdings schon nötig.

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Fenchel-Parmesan-Klöße mit Tomatensauce

für zwei als Vorspeise oder 1 als Hauptgericht

  • 200g Fenchelknolle (geputzt gewogen)
  • 8g Rosinen
  • 10g Pinienkerne
  • 1/4 TL Fenchelsamen
  • 1 Prise Muskat
  • etwa 40g Sauerteigbrot (da hatte ich einen Rest Dinkel-Buchweizen-Brot von Hefe und mehr)
  • 25g Parmesan
  • 1 Bio-Zitrone (davon die Zesten)
  • 1 Ei
  • etwa 15g Dill
  • 10g Basilikum
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 125g kleine Tomaten
  • ca. 90ml passierte Tomaten
  • 1/2 TL brauner Zucker
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Den geputzten und in feine Würfel (ca. 0,5cm Kantenlänge) geschnittenen Fenchel in kochendem Wasser etwa 15 Minuten garen.

In der Zwischenzeit: Fenchel und Pinienkerne getrennt ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Pinienkerne grob hacken, Fenchelsamen im Mörser anschlagen. Die Kruste vom Brot schneiden und das Brot in grobe Stücke reißen, mit Pürierstab oder ähnlichem zu Krümeln verarbeiten. Parmesan reiben. Zitrone heiß waschen, trocken reiben und mit einer Feinreibe oder einem Zestenreißer die Schale abziehen. Dill und Basilikum waschen, trocken schütteln und fein hacken. Ein paar Basilikumblätter für die Dekoration zurückbehalten.

Die Rosinen zum Fenchel geben und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

In einer Schale Pinienkerne, Fenchelsamen, Brotkrumen, Parmesan, Zitronenschale, ein verschlagenes Ei, Dill und die Hälfte des gehackten Basilikums mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Den Fenchel mit den Rosinen abgießen und abtropfen lassen. Anschließend in ein sauberes Tuch geben und gründlich auspressen. Ebenfalls in den Kühlschrank stellen, bis die Masse etwa handwarm ist.

Währenddessen Knoblauch und Zwiebel putzen und schälen, den Knoblauch anquetschen und die Zwiebel fein würfeln. Mit etwa 1/2 TL Öl in einer Pfanne dünsten, dabei eine gute Prise Salz zugeben und rühren. Sind die Zwiebeln goldbraun, Tomaten zugeben und bei mittlerer Hitze einige Minuten weich werden lassen. Passierte Tomaten, Zucker, das restliche gehackte Basilikum und etwa 90ml (4,5 EL) Wasser zugeben und mit Pfeffer würzen. Gut umrühren. Abgedeckt bei geringer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen, dabei ab und an umrühren. Ist die Sauce zu dick, etwas mehr Wasser zugeben.

In der Zwischenzeit die Klöße fertigstellen: Fenchel und Rosinen mit den restlichen vermengten Zutaten verkneten. In etwa 4 gleichgroße Portionen aufteilen und zu Klößen formen. Dabei gut zusammendrücken. 1 EL Öl in einer weiteren Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze die Klöße anbraten. Drehen, sodass sie von allein Seiten goldbraun werden. Insgesamt sollten sie 7-8 Minuten braten.

Die Sauce in der Zwischenzeit pürieren und erneut in die Pfanne zum Warmhalten geben.Die Klöße vorsichtig in die Tomatensauce geben und darin wenden, sodass sie mit der Tomatensauce überzogen sind. Noch etwa 15 Minuten in der Sauce sanft köcheln lassen.

Zum Servieren mit etwas Olivenöl, ein paar Flöckchen Salz und den Basilikumblättchen anrichten.

Quelle: Guardian

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Italienisches Paradoxon

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Gerade erst am Wochenende konnten wir die letzten Urlaubserlebnisse austauschen. Wie es der Zufall manchmal will, waren tatsächlich alle drei Pärchen im engsten Familienkreis in diesem Jahr in Florenz. Also ging es natürlich um die typischen Sehenswürdigkeiten, wie die Ponte Vecchio, die Boboli-Gärten, den Dom… und natürlich auch um das Essen. Doch neben dem hochgelobten Restaurant (da war ich allerdings nicht), mussten wir auch feststellen, dass keiner bisher ein richtig gutes Risotto in Italien gegessen hat.

Ist das arrogant, wenn man meint, das eigens gekochte Risotto wäre (viel) besser als jenes im Ursprungsland? Oder liegt es einfach am doch verschiedenen Geschmack? Egal welches Lebensmittel man betrachtet, natürlich gibt es gute und schlechte Varianten, egal wohin man kommt. Die Spannweite von Pizza ist schließlich auch in Italien nicht so eng wie man es vielleicht vermuten könnte. Also – Pech gehabt? Es bleibt nur, weiterhin „Stichproben“ zu nehmen, oder eben auf die eigene Kochkunst zu vertrauen.

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Ein herbstliches Risotto, mal nicht mit Pilzen oder Kürbis, dafür mit Lauch und Maronen, zeige ich euch heute. Ich habe es etwas aus Täglich vegetarisch abgewandelt. Die knusprigen Maronen zum sämigen Risotto sind ein schöner Kontrast und der Geschmack harmoniert hervorragend.

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Risotto mit Frühlingszwiebeln und Maronen

für zwei Portionen

  • 2 EL Butter
  • etwas Olivenöl
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln (original: 1 1/2 Stange Lauch, geputzt 250g)
  • 400-500ml Gemüsebrühe
  • 125g Risottoreis
  • 75ml trockener Weißwein
  • ca. 30g Parmesan bzw. 1 Kanten
  • 100g vorgegarte Maronen
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Thymian

Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden. 2/3 der Butter und Öl gemeinsam in einem Topf erhitzen und bei schwacher bis mittlerer Hitze andünsten, bis sie weich und glasig sind.

Gemüsebrühe vorbereiten und zum Kochen bringen, warm halten.

Risottoreis zu den Zwiebeln geben und kurz anrösten, dann mit Weißwein ablöschen. Unter Rühren bei geringer Hitze einkochen lassen. Brühe portionsweise zugeben und diese jeweils unter häufigem Rühren vom Reis aufnehmen lassen. Ich habe hier schon den Parmesankanten (das Endstück, von dem man nur noch minimal abreiben könnte) zum Reis gegeben und mitkochen lassen. Insgesamt dauert das Garen des Reises 20-25 Minuten.

In den letzten 5 Minuten die restliche Butter in einer Pfanne zerlassen und die grob zerkrümelten oder gehackten Maronen zugeben. Mit etwas Salz knusprig anbraten.

Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken (vorsichtig mit dem Salz!), die gerösteten Maronen darauf geben und mit abgezupften Thymianblättchen servieren.

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Z wie…

Zucchini! Zugegeben, das war sehr naheliegend. Vielleicht schaffe ich ja noch ein weiteres „Z“. Während bei uns gerne Zucchini mariniert als Ofen- oder Grillgemüse zum Einsatz kommen, habe ich dieses Mal ein Portionen-Gratin versucht.

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Das Bedarf in diesem Fall etwas mehr Zeit, da erst ein Kartoffelpüree zubereitet wird, welches dann mit Zucchini, gedünsteten Zwiebeln, Quark und Kräutern im blanchierten Zucchinimantel gebacken wird.

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Zu Salat oder einfach allein, als kleine Vorspeise oder Hauptmahlzeit lässt sich dieses Gratin genießen. Bei der Tomateninsel werden gerade Rezepte mit Z gesucht. Noch ist Zeit, die zZz-Gerichte aus dem Schlummer zu wecken!

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Hier also mein Beitrag:

Zucchinigratin

für 3 kleine Gratins

  • 1 1/2 kleine Zucchini
  • 200g mehligkochende Kartoffeln
  • 20g Butter (1 EL) und etwas zum Fetten der Förmchen
  • 1 Schalotte
  • 75g Magerquark
  • 1 Ei
  • 1 EL frische gehackte Petersilie
  • 25g Parmesan
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Muskat

Von der Zucchini 6 dünne Streifen längs abschneiden. In Salzwasser 2-3 Minuten blanchieren, kalt abschrecken und vorsichtig zwischen Küchentüchern abtupfen.

Den Rest grob hobeln. Kartoffeln schälen und im Salzwasser weich kochen. Abgießen, zerstampfen und ausdampfen lassen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. 3 Servierringe mit etwa 8cm Durchmesser innen leicht fetten. Schalotten fein würfeln und in zerlassener Butter glasig und weich dünsten.

Ei trennen und Eiweiß steif schlagen. Quark mit Petersilie, geriebenem Parmesan, Zucchini, Ei, den Schalotten und den Kartoffeln vermengen. Salzen, pfeffern und mit Muskat abschmecken. Eiweiß unterheben.

Förmchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen. Rand der Förmchen mit Zucchinischeiben auslegen und die Kartoffelmasse einfüllen. Auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten backen. Dann nach Belieben noch weitere 4-5 Minuten unter zugeschaltetem Grill bräunen.

Mit einem Pfannenwender mit dem Servierring auf den Teller heben und die Form (ggf. vorher mit einem spitzen, dünnen Messer Festgebackenes lösen – ging bei mir ohne) nach oben wegheben.

Abgewandelt nach eatsmarter

Wir kochen uns durch das Alphabet - Z

Rosa Tannenzapfen-Pizza

Ich kann es nicht lassen. Ich bin Ottolenghi-Wiederholungstäter. Die aktuelle Kolumne im Guardian schaue ich mir immer an und da die Gerichte saisonal zusammengestellt werden, landet auch das eine oder andere sehr sehr bald auf dem Teller.

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Und ich kann auch etwas anderes nicht lassen: Von unseren eigenen Kartoffeln zu schwärmen. Zu den alten Sorten gehören auch die rosa Tannenzapfen. Länglich und eher klein wie Bamberger Hörnchen, mit zartrosa Schale und manchmal auch mit rosa Fruchtfleisch. Für dieses Rezept hier haben wir ja praktisch erst einmal Kartoffelchips gebacken und das funktioniert mit dieser festeren Sorte, ganz fein gehobelt richtig gut! Die Kartoffeln sind schon kross und knackig.

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Dazu kommt ein schneller Pizzateig, Mascarponecreme, die mit Salbei, Zitrone, Pecorino und (für mich, der Mann mag diese salzigen Fischlein gar nicht, an deren Stelle gab es Schinkenwürfel) Anchovis gewürzt wird und oben drauf noch Frühlingszwiebeln. Lecker und fix gezaubert – die Gehzeit für den Teig rechne ich mal nicht mit ein, das passiert ja mehr oder minder nebenbei.

Und auch wenn man denkt, man könnte noch eine weitere Portion essen, so sind diese Pizzen doch sättigend, den erwähnten Salat hätten wir beide nicht geschafft. Aber ein Federweißer passt toll dazu!

Pizza mit neuen Kartoffeln

für zwei Portionen

  • 100g Weizenmehl 405
  • 100g Weizenvollkornmehl
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1 EL Olivenöl
  • 120ml lauwarmes Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • etwa 200g neue Kartoffeln, mit Schale, sauber gebürstet (z.B. die rosa Tannenzapfen)
  • 200g Mascarpone
  • pro Pizza je 2 Anchovis oder 1-2 EL Schinkenwürfel
  • 40g Pecorino oder Parmesan
  • 8 zarte Salbeiblätter
  • Abrieb von 2 Biozitronen
  • 1-2 Frühlingszwiebeln
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer (ich: Zitronenpfeffer*)

Aus den Mehlen, der Trockenhefe, Öl, Salz und Wasser einen Hefeteig kneten. In eine leicht geölte Schüssel geben und mit Frischhaltefolie abgedeckt an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen.

Währenddessen Ofen auf 250°C (Umluft) vorheizen. Kartoffeln in feine Scheiben hobeln, mit 1 EL Öl und 1TL Salz sowie etwas Pfeffer vermengen und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. Etwa 7 Minuten goldbraun rösten lassen. Ich habe noch für 4 Minuten den Grill auf mittlerer Stufe zugeschaltet.

Käse fein Hobeln, Salbei waschen, trocken tupfen und fein hacken. Beides Mit Mascarpone, Zitronenabrieb und Salz und Pfeffer verrühren und abschmecken. Wer mag, rührt noch die klein gehackten Anchovis unter. Frühlingszwiebel(n) putzen und in Ringe schneiden.

Teig in zwei gleichgroße Portionen teilen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche jeweils zu einem etwa 30x20cm großem Stück ausrollen. Auf ein Backblech mit Backpapier geben, mit Mascarponecreme bestreichen, dabei etwas Rand frei lassen. Mit Frühlingszwiebeln sowie Kartoffelchips belegen und mit etwa je 1 TL Öl beträufeln.

Die Pizzen bei den voreingestellten 250°C ca. 9 Minuten knusprig backen, dabei nach der Hälfte der Zeit die Bleche tauschen, damit sie gleichmäßig erhitzt werden.

Quelle: Guardian (Sehen die Bruschetta nicht auch zum Anbeißen aus?)

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Kochbuchchallenge 5.1: Bällchen, Klops und Falscher Hase

Es musste ja so kommen, es gab ja keine Einschränkungen. Der Mann hat natürlich auch Kochbücher gewählt, die ihm gefallen beim Kochbuch-Cap-Deal. Aber gut, soll er und natürlich probiere ich auch daraus etwas aus!

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Und da er Hackfleisch nun mal sehr mag, fiel seine Wahl auf das nächste Buch für die Challenge auf eines, wo Gehacktes im Zentrum steht: Bällchen, Klops und Falscher Hase. Nach einer kleinen Einführung über die Zubereitung von Buletten, der Aufbewahrung und auch der eigenen Hackfleischherstellung gibt es Kapitel mit je ca. 8 Rezepten: Für Wok, Pfanne und Grill; Aus dem Ofen; Alles aus einem Topf. Ein dünnes Buch also, aber das muss ja nichts heißen. Die Zutaten sind gut gegliedert und die Rezepte klar geschrieben.

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Zwei Rezepte hat er sich aus dem Buch ausgesucht, ein weiteres kommt von mir. Das erste Rezept – Lasagne mit Apfel-Hack-Füllung – kam sehr gut an. Ich habe mir eine vegetarische Variante dazu gemacht, mit Möhren und roten Linsen anstelle von Hack und fand die Kombination mit den Äpfeln toll, sehr saftig!

 

Für die Lasagne wird die Hackfleischfüllung eingeköchelt, die Béchamel soll dagegen als Fertigprodukt gekauft werden. Kommt mir nicht ins Haus! Wo die Zubereitung doch so einfach ist!

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Lasagne mit Apfel-Hack-Füllung – und eine vegetarische Variante

für 4 Portionen, je 2 mit Fleisch und 2 vegetarische

  • 1 Zwiebel
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 50g durchwachsener Speck
  • 2 EL Olivenöl
  • 250g gemischtes Hackfleisch (original: 200g)
  • 2 EL gehackte Petersilie, Salbei, Majoran (insgesamt)
  • 100ml Apfelsaft
  • 1 TL gekörnte Gemüsebrühe
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 große Äpfel (Elstar) (original: 3)
  • Chiliflocken (nicht original)

für die Béchamelsauce

  • 1,5 EL Butter
  • 3 EL Mehl
  • 400ml Milch
  • etwas Paprika, rosenscharf
  • Salz und Pfeffer

für die vegetarische Füllung:

  • 2 Möhren
  • 60g rote Linsen
  • 1 TL Tomatenmark
  • 8-10 Lasagneblätter (original: 12) ohne Vorkochen (ich habe diese* verwendet)
  • 125g Mozzarella (original: 150g)
  • 50g geriebener Parmesan (original: 100g)
  • ca. 40g Butter

Für die beiden Füllungen: Zwiebel und Sellerie putzen und fein würfeln. Speck würfeln. Speck in etwas Öl in einem Topf mit dicken Boden knusprig braten. Die Hälfte der Zwiebel und Sellerie zugeben und dünsten bis die Zwiebeln glasig sind. Das Hackfleisch zugeben und unter Rühren mitbraten, bis es Bratspuren bekommt und krümelig wird.

Die zweite Hälfte Gemüse in einem anderen Topf im Öl andünsten. Möhren würfeln und Linsen unterrühren. Tomatenmark kurz mit anrösten.

Jeweils die Hälfte des Apfelsafts, der Kräuter, der Brühe und der Tomaten zugeben, mit Salz, Pfeffer und Chili würzen und offen etwa 20 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich rühren. Beide Füllungen sollten eindicken. Anschließend kräftig abschmecken.

In der Zwischenzeit Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. In ca. 3mm dicke Scheiben schneiden. Mozzarella in Scheiben schneiden

Für die Béchamel in einem kleinen Topf Butter zerlassen, Mehl mit einem Schneebesen einrühren, sodass keine Klümpchen vorhanden sind. Milch unter Rühren zugeben und einige Minuten sanft köcheln lassen, bis die Sauce anzieht. Mit Salz, Pfeffer und Paprika kräftig abschmecken.

Ofen auf 170°C Umluft vorheizen.

In je eine Auflaufform (etwa 1,5 l Fassungsvermögen) etwas Béchamelsauce auf den Boden verstreichen und eine Lasagneplatte darauflegen. Mit Apfelscheiben belegen und dann die Hackfleisch- bzw. Gemüsefüllung daraufgeben, erneut Béchamel darauf geben und alles wiederholen bis die Füllungen aufgebraucht sind. Mit etwas restlicher Béchamel bestreichen, Mozzarella, Parmesan und Butterflöcken auf der letzten Lasagneplatte verteilen und im Ofen etwa 40 Minuten goldbraun backen.

Aus:

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Ende der Sommerpause

Sendepause hier? Nur kurz, denn nach dem tollen Urlaub am Mittelmeer geht es fast sofort wieder in den Arbeitsalltag zurück (wer mehr Urlaubsbilder gucken möchte, kann bei Instagram einen kleinen Einblick über unsere Tour mit dem VW-Bus bekommen).

So schöne, viele Eindrücke, so viele „da würde ich gern nochmal hin!“. Gestartet sind wir am nördlichen Ufer des Gardasees in Riva del Garda, wo es uns besser gefiel als an der südlichen Seite. Über Florenz und Pisa ging es über Genua (7. Foto) nicht soo gut gefiel – zu groß, zu voll. Weiter Richtung Nizza, an Basilikumfeldern vorbei, mit einem Abstecher nach Monaco über Frankreich nach Hause.

Zuerst aber heißt es Blog-Wiederbelebung! Etwas schnelles, unkompliziertes? Hier, bitte: Gebackener Ricotta mit Brombeerchutney und frisch gebackenem Brot als kleine Italienurlaubsverlängerung geht immer!

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Wie ein kleines Soufflé geht die Masse auf, die mit in Öl eingelegten getrockneten Tomaten, Basilikum und Zitrone abgeschmeckt ist. Ich habe dazu Baguette gewählt und Mamas Brombeerchutney mit Zwiebeln. Aber auch da sind sicherlich andere Beilagen (Salat) möglich.

Ricotta, im Ofen gebacken

für 2 Portionen

  • ca. 3 EL halbgetrocknete, in Öl eingelegte Tomaten
  • 2 EL Basilikumblätter, frisch
  • 15 g Parmesan oder Pecorino
  • 1 Ei
  • 250g (1 Becher) Ricotta
  • Schale von 1/2 Biozitrone
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Butter zum Einfetten

Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Tomaten fein würfeln, Basilikum waschen, trocken tupfen und grob hacken. Käse reiben. Ei trennen. Ricotta mit Eigelb, Tomaten, Basilikum, Zitronenschale und Käse vermengen. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen.

Eiweiß steif schlagen, dabei eine Prise Salz einrieseln lassen. Vorsichtig unter die Ricottamasse heben. Zwei ofenfeste Förmchen mit Butter einfetten und die Masse einfüllen und auf der zweiten Schiene von unten 20-25 Minuten backen. Die Oberfläche bräunt dabei etwas.

Endlich kann ich damit auch wieder zum vegetarischen Alphabet von Tomateninsel.de beitragen. Da hatte ich in den letzten Monaten zwar immer wieder Rezepte, aber .. ihr wisst.. die Zeit..

Wir kochen uns durch das Alphabet - R

oben links: Ricottamasse, unten links vor dem Backen.

 

Meine Nudeln, mein Gemüse, mein Topf!

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Erinnert ihr euch noch an die Werbung aus den 90ern? Mein Haus, mein Auto, mein… Analag zum heutigen Rezept wäre das: Meine Nudeln, mein Gemüse, mein Topf (wer da jetzt Sido im Ohr hat, dem geht es wie mir). Viel mehr ist für die One-Pot-Pasta gar nicht nötog. Ein Topf! Da macht sogar einer freiwillig den Abwasch 😉

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Mit grünem Spargel, Erbsen und Spinat spart man sich auch noch ein ganzes Ende Schnippelei – aber hier erstmal das (früh)sommerliche Ein-Topf-Rezept:

Pasta mit grünem Spargel, Erbsen und Spinat

für 2 Portionen

  • 200g Spaghetti oder Bandnudeln
  • 200g grüner Spargel, möglichst dünne Stangen
  • 200g Blattspinat (TK, aufgetaut)
  • 100g Erbsen (TK)
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • fein abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 50ml Olivenöl
  • 2 EL Sahne nach Belieben
  • 1/2-1 TL Salzflocken
  • 3-4 Zweige Basilikum
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • Parmesan, gerieben

Spargel waschen, die holzigen Enden abbrechen oder -schneiden, das untere Drittel schälen. In Scheiben von etwa 1/2cm Länge schneiden, die Köpfe beiseite legen. Spinat etwas zerzupfen. Knoblauch schälen und in sehr feine Scheiben schneiden. Basilikum waschen, trocken tupfen und in feine Streifen schneiden. Wasser im Wasserkocher erhitzen, benötigt wird 1/2 l.

Pasta, Spargelstiele, Erbsen, Knoblauch sowie Zitronenschale, Öl, Chili und Salz in den Topf geben, Mit 500ml kochend heißem Wasser auffüllen und mit Deckel erhitzen. Wenn die Flüssigkeit kocht den Deckel abnehmen und bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 6-7 Minuten kochen lassen, dabei häufig umrühren. Spinat und Spargelköpfe zugeben und etwa 2 Minuten weiterkochen lassen. Sobald nahezu alles Wasser verdampft ist, Sahne zugeben und mit Pfeffer und Salz, ggf. mehr Chili abschmecken. Basilikum unterrühren. Evtl. noch etwas weiter ohne Deckel einreduzieren lassen, dabei weiterhin oft umrühren.

Mit geriebenem Parmesan nach Wunsch servieren.

Abgewandelt nach – wieder mal – einer Guardian-Kolumne

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Dieser Beitrag wurde inspiriert von:

grain de sel! Beim Kochtopf haben ich ja schon berichtet, welche anderen (Food)Blogs mich begeistern und warum. Schon Jahre, bevor pfanntastisch! aus der Wiege gehoben wurde, war der tägliche Blick zum Salzkorn Pflicht. Warum? Weil hier alltagstaugliche, kreative und gesunde Rezepte, die zumeist mit regionalen, oft selbst geernteten Zutaten, auskommen, mit schönen und interessanten Fotos, Erfahrungen, Erinnerungen und auch Meinungen gepaart sind.

Damit sticht dieser Blog für mich aus dem großen Ganzen hervor. Klar muss nicht jeder seine Meinung kundtun oder auch persönlich Fotos posten, um einen erfolgreichen im Sinne von gut besuchten Blog sein Eigen zu nennen. Aber hier passt das. Und so kommt es auch, dass viele von Michas Rezepten (immer wieder) irgendwo und irgendwann bei mir in der Nachkoch- und Nachbackliste auftauchen. Bisher hat mich nichts enttäuscht – ihre Linzer Schnitten sind im Winter gern gesehen und auch die Rubrik „Salat plus“ regt zum Nachmachen an.

Hier kam, neben dem Wunsch, das Rezept auszuprobieren, noch dazu, dass es Erbsen enthalten sollte. Denn so kann ich endlich (da viel zu spät gesehen) noch am Blogevent „Wir kochen uns durch das Alphabet“ der Tomateninsel teilnehmen. Diese Aktion löst die vegetarische Weltreise ab, die mich schon nach Ägypten und Georgien führte. Im 5. Monat ist also folglich Buchstabe E dran und in den (sehr) zahlreichen Favoriten fanden sich die Erbsengnocchi.

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Ich für meinen Teil hatte hier eine andere Kombination – mit Chili und Minze nämlich – im Kopf. Erbsen und Minze sind ja typisch in der englischen Küche, also geht es einmal querbeet durch die Weltgeschichte. Die Minze auf der Haustreppe fühlt sich so wohl, dass ihr ein regelmäßiges Ernten nicht schadet, eine kleine Menge Kartoffeln war noch aufzubrauchen – perfekt!

Und geschmeckt haben sie auch – nicht nur mir. Einziges Manko: Die Schärfe. Die Chili sah zwar feurig rot aus, schmeckte dann aber wie rote Paprika – man sieht es ihr nicht an. So habe ich mir mit einigen Chiliflocken und etwas Habanerosauce behelfen müssen. Im Idealfall muss das nicht sein. Und beim Essen kam eine zweite Idee für einen anderen Geschmack: (Halb)Getrocknete Tomaten und mediterrane Kräuter würden den Gnocchi ebenfalls sehr gut stehen!

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Erbsengnocchi mit Chili-Minz-Butter

für 2 Personen

  • 150g Kartoffeln
  • 250g Erbsen (TK)
  • 50g Ziegenfrischkäse
  • 70g Mehl (je nach Kartoffelsorte etwas mehr) und etwas zum Ausrollen
  • 1 Eigelb
  • 30g Parmesan
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 40-50g Butter
  • 2 Zweige Minze
  • 1/2 Chili (nach Geschmack, ggf. mit Chiliflocken o.ä. nachwürzen)
  • Zesten von 1 Bio-Zitrone (heiß abgewaschen)

Kartoffeln mit Schale gar kochen, etwas abkühlen lassen und anschließend pellen, fein durch die Kartoffelpresse geben bzw. mit dem Stampfer bearbeiten.

Während die Kartoffeln kochen: Erbsen im kochenden Salzwasser etwa 3 Minuten blanchieren, dann abgießen und gründlich abtropfen lassen. Minze waschen und die abgezupften Blätter in feine Streifen schneiden. Chili waschen und aufschneiden, die Kerne und weißen Häute entfernen und ebenfalls in feine Streifen oder Würfel schneiden.

Erbsen mit Ziegenkäse fein pürieren und unter die Kartoffelmasse geben. Mehl, Eigelb und Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Währenddessen in einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Dann die Hitze so weit reduzieren, dass das Wasser nicht mehr sprudelnd kocht.

Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche etwa 2cm dicke Rollen formen und davon ca. 1-1,5cm breite Stücke mit einem scharfen Messer abschneiden. (Diese nach Belieben etwas mit einer bemehlten Gabel platt drücken, ich habe die Kissen hier aus Zeitgründen gleich so gelassen).

Gnocchi portionsweise (ich lege sie immer auf eine Schaumkelle) in das Salzwasser geben und etwa 4-5 Minuten köcheln lassen. Die fertigen Gnocchi kommen dann an die Oberfläche, können mit der Schaumkelle abgefischt werden und kurz zum Abtropfen beiseite gestellt werden.

Währenddessen die Hälfte der Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze aufschäumen lassen, Minze, Chili und Zitronenzesten zugeben und die erste Portion Gnocchi darin 1-2 Minuten schwenken. Mit der zweiten Portion wiederholen. Sofort servieren.

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Hier findet ihr das Originalrezept mit Möhrenbutter und hier geht es zum Blogevent:
Wir kochen uns durch das Alphabet - E

Winterreste

Da lag ja noch einer! Der letzte Kürbis hat bei mir recht lange überlebt. Eigentlich wollte ich Ravioli machen, aber dazu fehlte dann doch die Zeit. Also wurde kurzerhand aus der einen Hälfte Ofenkürbis und die andere kam tatsächlich in eine Nudelhülle – also Kürbiscannelloni.

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Eine etwas schlankere Variante, denn her kommt keine Sahne zum Einsatz, auch auf Ricotta wird verzichtet, aber nicht auf Gewürze, viel Gemüse und damit viel Geschmack!

Somit sind die Cannelloni auch gut für die Regenwettertage zur Zeit geeignet.

Probiert sie mal aus! Die Füllung ist reichlich – sie schmeckt aber auch super als Gemüsepüree, überbacken, als Füllung für herzhafte Pfannkuchen…

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Kürbis-Cannelloni

für 3-4 Portionen (die Cannelloni sind sehr sättigend), das Originalrezept gibt 2 Portionen an

  • 1 Zwiebel (ca. 50g, ich habe eine rote Zwiebel verwendet)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 Knollensellerie
  • etwa 450g Hokkaido
  • 25g Kürbiskerne
  • 1 TL Olivenöl
  • 175ml Gemüsebrühe
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Muskat
  • 3-4 Salbeiblätter, gewaschen, trocken getupft
  • ca. 100g Cannelloni
  • 30g Parmesan oder Pecorino
  • 125ml Milch
  • 1 Ei

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und fein würfeln. Knollensellerie schälen und fein würfeln, Kürbis von Stielansatz und Kerngehäuse befreien, fein würfeln.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und darin Zwiebel und Knoblauch glasig andünsten. Dann Kürbis und Sellerie zugeben und kurz mitdünsten. Dann mit Brühe aufgießen, aufkochen lassen und zugedeckt bei geringer Hitze etwa 8 Minuten weich dünsten.

Währenddessen Kürbiskerne grob hacken. Salbei in feine Streifen schneiden. Gemüseüber ein feines Sieb abgießen und so 100ml Brühe auffangen. Anschließend das Gemüse grob zerstampfen und Kürbiskerne mit dem Salbei darunter mischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Ei mit Milch und der Brühe verquirlen, ebenfalls mit wenig Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Die Gemüsemasse in Cannelloniröhren füllen (bei mir führte der Versuch die Röhren mit dem Spritzbeutel zu befüllen zur entnervten Aufgabe und zum griff zum Teelöffel).

Die Röhren in einer Schicht nebeneinander in eine Auflaufform füllen und mit der Eiermilch begießen. Parmesan darüber reiben. Etwa 35 Minuten goldbraun backen.

Passend zum aktuellen Blogevent bei Zorra (da findet ihr auch viele schöne andere gefüllte Nudeln) möchte ich dieses Rezept als Beitrag einreichen. Elena hat sich das Thema ausgedacht. Ihren Blog findet ihr hier: Heute gibt es…

Blog-Event CXXVIII - Gefuellte Pasta (Einsendeschluss 15. Maerz 2017)