Du und die kleinen Kartoffeln

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Ich weiß jetzt schon, dass Kartoffeln im nächsten Jahr einen größeren Platz im Garten einnehmen werden. In diesem Jahr habe ich drei alte Sorten gesetzt, die ich beim Biogartenversand bestellt habe. Die sind gut angewachsen, die Knollen sind eher klein. Das macht aber gar nichts, denn im Garten gewachsen, ungespritzt, müssen sie auch nicht geschält werden. Gut abgebürstet kommen sie gleich so gegart in den Salat – es gibt kaum eine bessere Variante, um Kartoffeln zu genießen!

So endet (?) der Sommer hier also: Kartoffelernte, die erste Nacht unter 10°C, die es heute geben soll. Schön, dass wir da noch gut zwei Wochen gen Süden – und hoffentlich Sonne fliehen können!

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Zu den neuen Kartoffeln gesellten sich noch knackige Radieschen, Rucola (ebenfalls aus dem Garten), grüne Bohnen (die Stangenbohnen blühen gerade, aber Erntezeit ist hier noch nicht), Zucchini und Stachelbeeren (da gab es dieses Jahr nur wenige am Strauch, die ich lieber gleich weggefuttert habe, daher stammen diese noch aus dem Vorrat, von Mama gespendet) sowie Ziegenkäse. Für mich kam noch geräucherte Makrele dazu, für Jan Putenbrust. Der Salat sättigt also gut, die Portionen sind eher für ein Mittagessen gedacht.

Salat mit neuen Kartoffeln, Stachelbeeren und Ziegenkäse

für 2 (sehr reichliche) – 3 Portionen

  • 325g neue Kartoffeln
  • 1 TL neutrales Öl zum Braten
  • 100g junge, möglichst dünne Zucchini
  • 75g grüne Bohne
  • 50g Radieschen
  • eine gute Handvoll Rucola (im Original Brunnenkresse)
  • 100g Stachelbeeren (frisch oder aufgetaut, ohne Saft)
  • 50g Ziegenkäse
  • pro Person 1 geräuchertes Makrelenfilet mit Pfefferkruste oder ein paar Scheiben Putenbrust/-braten
  • Saft und Schale von 1/2 Biozitrone
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 TL körniger Senf (ich habe selbstgemachten Biersenf verwendet)
  • etwas frischer Dill
  • 2-3 EL Rapsöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Kartoffeln gut abbürsten, nach Wunsch schälen, und für 10-15 Minuten garen. Sie sollten noch nicht ganz, aber annähernd weich sein.

In der Zwischenzeit das Gemüse putzen: Zucchini waschen und längs vierteln oder halbieren – je nach Größe. Bohnen putzen und in etwa 2cm breite Stücke schneiden. Radieschen waschen und in Scheiben schneiden. Rucola waschen, trocken schleudern und dickere Stiele entfernen.

Dill waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern. Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen.

Das Bratöl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln hineingeben. Mit einer Gabel o.ä. etwas platt drücken. Etwa 10 Minuten unter gelegentlichem Wenden bei mittlerer Hitze braten.

Währenddessen das Dressing zubereiten: Zitronensaft und -schale mit dem Zucker vermischen, bis dieser sich aufgelöst hat. Senf, Dill und Salz und Pfeffer zugeben. Das Öl unterschlagen und nochmals abschmecken.

Bohnen 2-3 Minuten blanchieren, abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, bis sie nur noch lauwarm sind.

Zucchini zu den Kartoffeln geben und weitere 5-10 Minuten braten, bis sie deutliche Röstspuren haben. Nun die Bohnen und Stachelbeeren in die Pfanne geben und 3-4 Minuten braten, so dass alles erhitzt wird.

In einer Schale mit dem Dressing vermengen. Portionsweise mit dem Käse in mundgerechten Würfeln, zerzupfter Makrele oder Pute in Streifen anrichten.

Etwas abgewandelt von hier.

Das leckere Brot auf den Fotos ist übrigens ein Buttermilch-Dinkellaib nach einem Rezept von hefe und mehr – nur mit Hasel- statt Walnüssen.

Als Beitrag zum Blogevent World wide summerfood passt dieses Gericht also gerade noch! Hier haben sich wie immer viele leckere Ideen versammelt, also schaut mal rein!

Das Thema stammt übrigens von Birgit von Backen mit Leidenschaft.
Blog-Event CXXXIII - World Wide Summerfood (Einsendeschluss 15. August 2017)

Über die Konsequenz von Schokoladenkuchen

Am Kochen und Backen mag ich vor allem auch die Abwechslung. Ich probiere gern Neues, die wenigsten Gerichte gibt es mehr als ein paar mal, selbst, wenn ich sie toll finde. Denn es gibt ja so viel mehr, das man testen, kosten, zubereiten kann!

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Ausnahmen kommen dann zustande, wenn sich jemand dieses Rezept wünscht. Der Mann wünscht sich zum Beispiel Flammkuchen mit Ziegenkäse, Apfel und roten Zwiebeln, obwohl er vor dem ersten Probieren sehr skeptisch war. Und er (und anscheinend viele Kollegen) möchte einen bestimmten Kuchen.

„Ich komme gerne zum Grillen… gibt es auch Schokokuchen…?“

Einen bestimmten Schokokuchen. Natürlich freue ich mich, wenn dieser so gut ankommt, dass er immer wieder „bestellt“ wird. Auch, wenn die Konsequenz für mich lautet: Im Ofen nichts Neues..

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Ein guter Schokokuchen gehört ins Standardrepertoire, daher teile ich das so beliebte Rezept gerne mit euch. Es handelt sich genauer um Schokoladenbrownies, für welche gilt: Wenig Mehl, viiiel Butter und Schokolade. Wenn ihr diese innen weichen und außen durch eine Zuckerkruste knusprigen Brownies backt, seid euch sicher, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein wird!

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Als ich dann – so etwa nach dem 3. oder 4. Blech – auch einmal probieren konnte (ich stibitze ja nichts vom Blech, wie sähe das denn aus?!), war auch ich begeistert! Reichhaltig sind sie allerdings, die Brownies.

Im Gegensatz zum Originalrezept habe ich die Zuckermenge leicht reduziert. Eine weitere Verringerung hat nicht nur Auswirkung auf den Geschmack, sondern natürlich auch auf die Konsistenz, denn der Zucker karamellisiert und sorgt daher für die knusprige Kruste.

Für die Fotos habe ich dann doch ein Stückchen aus dem Blech herausgeschnitten (und nachher wieder reingepuzzelt..).

Schokoladenbrownies nach Cynthia Barcomi

Die Zutaten gelten für eine quadratische Backform (23x23cm), damit lässt sich aber auch eine mittlere Springform (bis 26cm) füllen. Die Zutaten für ein Backblech habe ich in Klammern angegeben.

  • 170g weiche Butter [255g]
  • 250g Zartbitterschokolade, grob gehackt [375g]
  • 1 TL Vanilleextrakt (am besten selbstgemacht aus Vanilleschoten und Rum o.ä.) [1,5 TL]
  • 80g weißer Zucker (original: 100g) [125g]
  • 125g brauner Zucker [180g]
  • 3 Eier [5 Eier]
  • 60g Mehl [90g]
  • 40g Backkakao [60g]
  • 1/2 TL Salz [3/4 TL]
  • 1/4 TL Natron (oder Backpulver) [1/3 TL]
  • nach Belieben Puderzucker zum Bestäuben

Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. Über einem Wasserbad in einer Schmelzschale (so etwas hier*) oder einem kleinen Topf, der kippelfrei im Wasserbad eines größeren Topfes hält, Butter, Schokolade, Vanilleextrakt und beide Zuckersorten unter gelegentlichem Rühren schmelzen. Handwarm abkühlen lassen.

Währenddessen Mehl, Kakao, Salz und Backpulver oder Natron mischen, Backform fetten oder mit Backpapier auslegen Eier mit dem Handrührgerät unter die Schokoladenmasse schlagen, dabei schön aufschäumen. Mehlmischung zugeben gerade eben unterrühren, bis ein gleichmäßiger glatter Teig entstanden ist. In die Form einfüllen und glatt streichen. Etwa 20 Minuten (ein Blech dauert je nach Ofen 25-30 Minuten) backen. Die Brownies sollten innen noch weich sein, es sollte bei der Stäbchenprobe aber kein Teig mehr am Holzstab kleben. Auskühlen lassen und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.

Etwas abgewandelt aus Let’s bake von Cynthia Barcomi

Kochbuchchallenge 4.1: Ice-Pops

Es ist passiert: Der Mann hat seine recht vielen neuen Caps ausgelöst und mir Kochbücher geschenkt! Unser Deal ist ja, dass er mir für jede Cap ein Kochbuch kauft, ich ihm andersrum für jedes neue Kochbuch eine Cap. Jeder darf für den anderen aussuchen. Und so kam ich zuletzt gleich an vier neue Kochbücher. Die behandeln teils auch bestimmte Zutaten oder Zubereitungen, wie eben hier zum Beispiel Stieleis. Solche Bücher finden sich bisher weniger im Regal, da ich eher nach Autoren auswähle, sind aber nicht minder interessant. Und auch wenn das Buch jetzt noch zu den neuesten im Hause gehört, möchte ich aufgrund der aktuellen – zumindest theoretisch warmen Jahreszeit – Rezepte daraus vorstellen.

Ausprobiert habe ich aus Ice-Pops – Eisgenuss mit Sti(e)l* zunächst zwei Wünsche von Jan: Kiwi-Himbeer-Sorbet und Tonkabohneneis mit Erdbeermantel (letzteres dann demnächst).

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Zunächst erstmal ein paar Worte zum Buch, besser gesagt zur Broschüre: Zunächst werden Tipps gegeben, welche Gründe es für die eigene Eisherstellung gibt, welche Zutaten grundlegend sind und welche Eisformen sich eignen. Dabei werden neben den doch inzwischen reichlich im Handel angebotenen Icepop-Formen (ich habe meine von Tiger bzw. Butlers) kleine Plastikbecher, leere Joghurtbecher oder Silikonförmen genannt. Als Spieße kommen neben Holzstäbchen auch Plastiklöffel (z.B. Eierlöffel) in Frage.

Die Rezepte sind nicht nur für den Sommer geeignet. Das samtige Apfeleis mit Zimt z.B. kann ich mir eher winters vorstellen. Neben eher bekannten Geschmacksrichtungen wie Vanille-Schmand, Zitrone und Schoko-Nougat kommen im Kapitel Das macht Eindruck auch exotischere Kombinationen wie Erdbeer-Mascarpone mit Matcha, Schoko-Passionsfrucht (kommt noch!) oder Himbeer-Lychee-Rosen-Eis vor. Jedes Rezept ist bebildert – das finde ich sowieso immer gut! Neben Eis auf Milchbasis gibt es ebenfalls Sorbets, zu allen Rezepten sind auch die Nährwerte und Zubereitungsdauer angegeben.

Das Kiwi-Himbeer-Sorbet ist mit den letzten eigenen (denn ich habe Sommer-)Himbeeren entstanden. Da hier aber nur gut eine Handvoll benötigt wird, war das ohne Probleme möglich. Essen am Strand war dagegen nicht drin. Der schleswig-holsteinische Sommer ähnelt unverändert eher warmem April… Das Sorbet schmeckt jedoch auch bei Regen und vielleicht muntert euch der bunte Fruchtcocktail ja auf!

Kiwi-Himbeer-Sorbet

für 6 Ice-Pops mit je 50ml Volumen

  • 230g Kiwi (etwa 3 Stück)
  • 30g Zucker
  • 1 EL Limettensaft
  • 20g Invertzucker (ich habe hier hellen Sirup, wie z.B. von Grafschafter verwendet, denn das ist nichts anderes als ein Gemisch von Invertzucker und Glucosesirup)
  • etwa 100g (eine Handvoll) Himbeeren, frisch oder TK

Kiwis schälen , zwei Kiwis grob würfeln, die dritte in feine Scheiben schneiden. Kiwiwürfel in einen kleinen Topf geben, Limettensaft, Zucker und 2 EL Wasser zufügen. Aufkochen lassen, unter gelegentlichem Rühren etwa 3 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Etwas abkühlen lassen, dann pürieren. Nach Belieben zum Entfernen der Kerne durch ein Sieb streichen. Invertzucker/Sirup einrühren.

Die Kiwischeiben an den Rand der Formen „kleben“. In jede Form etwas Sorbetmasse einfüllen, ein paar Himbeeren zugeben, mit Sorbetmasse auffüllen und erneut einige Himbeeren oben auflegen. Stiel einfügen/Formen verschließen und mindestens 4 Stunden durchfrieren lassen.

Lassen sich die Formen nicht sofort vom Eis lösen, gilt immer: Kurz in heißes Wasser tauchen, dabei sanft zu lösen versuchen.

Aus:

Was dem einen sein Frühstück…

…ist dem anderen sein Abendbrot. So richtig warm geworden bin ich mit so herzhaftem Frühstück wie einem Full English Breakfast nicht. Auch Rühr- oder Spiegelei ist mir zu anderen Tageszeiten lieber. Das ist in anderen Ländern eben nicht unbedingt so, insbesondere, wenn die erste Mahlzeit des Tages lange vorhalten soll. Nun stieß ich auf ein Gericht,das sich interessant las. Ein türkisches Frühstücksgericht mit pochiertem Ei, Joghurt und Chilibutter. Dazu: Fladenbrot. Was mich aber so gereizt hat, war etwas anderes: Milchbrösel. Die sind knusprig und geben dem Gericht noch eine weitere Konsistenz – ich fand sie einfach faszinierend!

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Die habe ich noch nie gemacht, wurden im einführenden Text aber besonders hervorgehoben. So ging ich denn das erste Mal auf die Suche nach Magermilchpulver (das viele eher zum Zubereiten von Eis kennen – Zorra z.B. hat da eine Sammlung, in denen viele Rezepte danach verlangen. Sogar ein Rezept, das mir nach dem Probieren der Brösel ähnlich in den Sinn kam, gibt es da: Milcheis mit Milchbröseln.). Fündig wurde ich dann nicht in der 3. Drogerie, wo ich das Pulver eher erwartet hatte, sondern im Reis-Speisestärke-…-Regal eines größeren Supermarktes.

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Das „Frühstück“ gab es dann für uns zum Abendessen. Gefunden habe ich es übrigens – mal wieder – bei Ottolenghi im Guardian. Das Pulled Sumach Chicken habe ich für Jan übrigens auch gemacht – kam gut, aber nur gut, an.

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C’ilbir – Pochiertes Ei mit Joghurt

für zwei Personen

  • 55g Butter
  • 12g Magermilchpulver
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 1 TL Weißweinessig
  • 4 Eier
  • 160g Joghurt (ich habe türkischen verwendet, im Rezept wird griechischer genannt)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Dill
  • Meersalzflocken und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwa 1/2 großes Fladenbrot oder 1-2 kleine

Zuerst die Milchbrösel: Dazu 25g Butter, eine große Prise Salzflocken und das Magermilchpulver in einen kleinen Topf geben und unter Rühren bei geringer Hitze etwa 10 Minuten schmelzen und köcheln lassen.Die Masse wird langsam gelbgold und krümelig. Auf ein Küchenpapier zum Abtropfen und Abkühlen geben.

Den Topf mit Küchenpapier auswischen und die restliche Butter bei mittlerer Hitze schmelzen, aufschäumen und goldgelb bräunen lassen. Chiliflocken einrühren und zum Abkühlen in eine kleine Schale geben.

Ein weiteres Mal auswischen. Joghurt, die geschälten und zerdrückten Knoblauchzehen sowie etwa 1/8 TL Salz hineingeben. Zunächst beiseite stellen.

In einem größeren Topf Wasser zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren, so dass es gerade eben kocht und den Essig zugeben. Warmes Wasser in eine größere Schale geben (die pochierten Eier sollten darin Platz haben).

Ein Ei aufschlagen und in eine kleine Schale oder eine Kelle geben. Das Wasser im Topf mit einem Löffel o.ä. zügig umrühren, sodass ein Strudel entsteht, der nicht zu stark ist. Das Ei  in die Mitte des Strudels gleiten lassen. Das Eiweiß sollte sich nach Möglichkeit um das Eigelb legen. Etwa 3 Minuten pochieren, dann mit einer Schaumkelle herausnehmen und in die Schale mit warmen Wasser legen. Mit den anderen Eiern ebenso verfahren.

Während die Eier pochiert werden, den kleinen Topf mit dem Joghurt bei sehr kleiner Hitze und unter gelegentlichem Rühren erwärmen, sodass die Mischung lauwarm wird. Dill waschen, trocken tupfen und grob hacken. Ggf. Fladenbrot aufbacken.

Anrichten: Warmen Joghurt auf zwei Teller aufteilen, je zwei Eier darauf geben, die Chilibutter mit einem Löffel darüber verteilen, mit Dill und Milchbröseln bestreuen.

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Kochbuchchallenge 3.4: Veggiestan

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Dass manche Rezepte länger im Kopf bleiben, so dass man denkt „Das möchte ich ausprobieren!“ hatte ich hier ja schon öfter beschrieben. In diesem Fall ist das Ergebnis bei anderer Ursache das gleiche.

Hier hat das Buch selbst Anteil daran, den Effekt zu verstärken. Manche Bücher blättert man durch und es schlägt sich immer wieder die gleiche Seite auf. Weil die Bindung dort anders ist, weil etwas zu großes als Lesezeichen verwendet wurde. Bei meiner Veggiestan*-Ausgabe blieb immer eine Seite offen liegen: Ma’amoul. Dattelpasteten, die hier mit Feigeneis serviert wurden. Das Eis habe ich nicht probiert – frische Feigen sind derzeit nicht in guter Qualität zu bekommen, aber die kleinen kunstvoll geformten Küchlein haben mich von Anfang an fasziniert. Beim Lesen wird auch klar: Es gibt spezielle Formen für die Ma’amoul, zum Beispiel diese hier.

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Ich habe meine von Hand geformt und verziert. Sie sind perfekt zum Kaffee oder Tee, lassen sich einige Tage problemlos aufbewahren und gut mitnehmen.

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Die Füllung ist der Träger der Süße, der Teig enthält keinen Zucker. Wie man es von orientalischen Süßigkeiten kennt, sind auch die Ma’amoul recht mächtig. Die Größe passt dann aber wieder, so dass man sich nicht überisst.

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Ma’amoul – Dattelpasteten

für 16 etwa tischtennisballgroße Pasteten

  • 250g Mehl
  • 100g Weichweizengrieß
  • 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL gemahlenes Piment
  • 175g Butter
  • 2-3 EL Orangenblüten- oder Rosenwasser (ich habe ersteres verwendet)
  • ggf. etwas Milch oder Wasser um die Konsistenz des Teigs anzupassen
  • 250g entsteinte Soft-Datteln
  • 100g Nüsse (ich habe zu gleichen Teilen Para- und Walnüsse verwendet)
  • 1/2 TL gemahlener Zimt
  • etwas Puderzucker zum Bestäuben

Mehl und Grieß in eine Schüssel geben und mit Kardamom und Piment vermischen. Butter in Flocken zugeben und mit den Fingern zu einem krümeligen Teig verreiben. Orangenblüten- oder Rosenwasser zugeben und ggf. etwas Milch oder Wasser zugeben, damit ein weicher, formbarer Teig entsteht (ich brauchte keine zusätzliche Flüssigkeit, meine Butter hatte Raumtemperatur). Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und eine halbe Stunde stehen lassen (ich: im Kühlschrank).

In der Zwischenzeit die Datteln und Nüsse fein hacken und mit dem Zimt zu einer klebrigen aber homogenen Masse verkneten. (Alternativ kann man auch getrocknete Datteln nehmen, die nicht „Soft“ sind, dann sollte man sie mit 1 EL Wasser für etwa 10 Minuten weich köcheln.)

Den Ofen auf 160°C vorheizen und die Ma’amoul formen: Dazu etwa so viel Teig abnehmen, wie es der Hälfte eines Tischtennisballs entspräche. In den Händen zu einem flachen Kreis formen und leicht kegelförmig vertiefen. Etwa 1 TL der Füllung hineingeben und den Teig gleichmäßig um die Füllung schließen. Die eine Seite zum Boden abflachen und nach Wunsch verzieren (ich habe dazu ein Essstäbchen benutzt). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und alle so geformten Ma’amoul etwa 20 Minuten backen. Sie sollten gerade so anfangen zu bräunen und dann zum Abkühlen herausgenommen werden. Ausgekühlt mit etwas Puderzucker bestäuben.

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Kochbuchchallenge 3.3: Veggiestan

Zugegeben, die Mischung klingt erstmal seltsam: Reis, Linsen, Nudeln. In einem Gericht. Definitiv nichts für Low-Carb-Anhänger. Diese drei Zutaten sind laut Veggiestan* die Hauptbestandteile des meistverkauften Straßenküchengerichts in Kairo und eines der beliebtesten Essen in Ägypten namens Kushari.

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Das allein wäre natürlich viel zu trocken, daher kommt eine würzige Tomatensauce dazu und als knusprige Komponente dienen Zwiebelringe. Das Gericht kann man natürlich als Resteessen konzipieren, denn die Hauptzutaten lassen sich natürlich auch vorgekocht und kalt verwenden. Aber auch, wenn man alles frisch kocht, dauert es nicht allzu lang. Die Garzeit der Linsen kann durch Einweichen über Nacht verkürzt werden. Um hier noch etwas Zeit zu sparen, habe ich Pardinalinsen statt Tellerlinsen verwendet. Rote Linsen werden schnell zu weich.

Was aber absolut nicht passt, ist die Mengenangabe im Buch. Ich habe die Hälfte der Zutaten verwendet, die im Buch für 4 Portionen genannt wird (dazu wird außerdem noch ein Salat empfohlen) und wir aßen beide jeweils 2 bzw. 3 Mal von der Menge, die demnach 2 Portionen entsprechen sollte! Daher empfehle ich euch die im Rezept unten angegebenen Zutaten für 4 statt 2 Portionen zuzubereiten.

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Kushari – Ägyptisches Streetfood

für 4 Portionen (entspräche 2 Portionen laut Buch)

  • 150g Basmatireis
  • 125g Pardinalinsen (über Nacht eingeweicht verkürzt sich die unten genannte Kochzeit um etwa 10 Minuten), bei Tellerlinsen muss man mit etwa der doppelten Kochzeit rechnen
  • 2 mittlere rote Zwiebeln
  • ca. 1,5 EL Olivenöl
  • 150g kleine Nudeln (ich habe Muschelnudeln verwendet)
  • 2 grüne Chilischoten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 Tomaten
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 EL Rotweinessig
  • 1,5 EL Wasser
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Linsen ohne Salz zum Kochen bringen und bei geringer Hitze etwa 20 Minuten lang köcheln lassen, bis sie gar sind. Abgießen und beiseite stellen. Währenddessen Reis abspülen und mit der doppelten Menge Salzwasser zum Kochen aufsetzen, bissfest kochen und ausdampfen lassen.

Nudeln zum Kochen aufsetzen und in der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen und 1 Zwiebel in feine Ringe, die zweite in feine Würfel schneiden.

Die Zwiebelringe in der Hälfte des Öls knusprig braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Restliche Zwiebel mit gehackter Chili und gehacktem Knoblauch in der gleichen Pfanne mit dem verbliebenen Öl weich dünsten. Tomaten würfeln und zufügen, ein paar Minuten andünsten lassen. Tomatenmark zugeben und kurz anrösten, Essig und Wasser einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln sollen ebenfalls bissfest gekocht werden. Wenn die passende Konsistenz erreicht ist, abgießen.

In eine große flache Schüssel zunächst den Reis, darauf die Linsen und dann die Nudeln geben. Mit der Tomatensauce übergießen und mit den Zwiebelringen anrichten. Wir haben wie empfohlen noch scharfe Sauce dazu gegessen.

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Kleine Sommerauszeit

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Anscheinend wird uns in diesem Jahr ein echter nordischer Sommer begleiten. Nicht die Sorte Sommer, die man sich so vorstellt, wenn man an laue Abende an großen rustikalen Tischen auf grünen skandinavischen Wiesen mit lecker leichtem Essen und dem einen oder anderen Verdauungshelfer denkt. Eher die Sorte Sommer, die auch als warmer April bezeichnet werden könnte.

So geht natürlich auch ein Teil der Himbeerernte verloren. Alle paar Tage rette ich einige für das Frühstück oder eben dieses Dessert.

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Ein sahniger gebackener Joghurt als süßes Bett für eben diese Beeren – unkompliziert zuzubereiten und in jedem Fall lecker!

Gebackener Joghurt mit Himbeeren

für 3-4 Portionen (ich habe Backformen mit etwa 6 cm Innendurchmesser verwendet)

  • 75g Himbeeren
  • 1 TL Zucker
  • 100g griechischer Joghurt
  • 100g gezuckerte Kondensmilch
  • 100g Sahne
  • Mark von 1 kleinen oder 1/2 normalen Vanilleschote
  • ca. 1 TL Limettenschale, fein geraspelt
  • eine Prise Salz

Backofen auf 140°C vorheizen.

Himbeeren mit dem Zucker fein pürieren, nach Belieben durch ein feines Sieb passieren.

Die restlichen Zutaten zu einer glatten Masse verrühren. Ofenfeste Förmchen in eine Fettpfanne stellen und gleichmäßig mit der Joghurtmasse befüllen. Die Himbeeren in die Mitte der Formen geben und mit einer Gabel wie beim Marmorkuchen etwas unterheben. Die Fettpfanne in den Ofen stellen und mit heißem Wasser befüllen, das etwa bis zur Hälfte der Formen stehen sollte.

Etwa 30-35 Minuten backen. Die Masse sollte in die Mitte noch nicht ganz fest sein. Aus dem Wasserbad nehmen und 2-3 Stunden abkühlen lassen.

Quelle: leicht geändert nach Guardian

Kochbuchchallenge 3.2: Veggiestan

Wenn der Mann sagt „Ich bin ja wirklich ein Reiskind, aber das hier könnte ich mir wirklich als gute Alternative, vielleicht sogar als Ersatz vorstellen. Das schmeckt richtig, richtig gut!“, dann will das was heißen.

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Im Gegensatz zu mir könnte er viel leichter auf Kartoffeln als auf Reis verzichten. Zumindest war das bisher so. Denn jetzt – tada – hat er Buchweizen, genauer gesagt Kasha – also gerösteten Buchweizen kennen und schätzen gelernt. Und diesen nussigen Geschmack, den dieses Korn mitbringt, kennt man von Reis so natürlich nicht. Dabei ist die Zubereitung denkbar einfach, aber dazu später.

Das Rezept stammt auch wieder aus dem Buch Veggiestan (ich muss dazu sagen, dass ich die englische Ausgabe besitze, aber die deutsche als Quelle verlinke). Im Buch findet man Rezepte, die orientalischen Ursprungs, oder orientalisch inspiriert sind und zumeist auch bebildert. Meistens gibt es kleine Anekdoten zu den Reaktionen auf das Essen, zur Geschichte oder Herkunft des Rezepts oder Hinweise wie man das Gericht kombinieren kann. Von Salaten, Suppen, Getreide- und Hülsenfrüchten über Gemüse und Süßes bis zu Eingemachtem und Konserviertem reicht die Bandbreite und noch viele Merkzettel stecken in diesem Buch.

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Jan hat sich also auch Kasha ausgesucht. Der Buchweizen wird geröstet und dann mit der Gemüsebrühe gegart, ähnlich wie Risotto (ich habe ein Buchweizenrisotto auch hier schon verbloggt). Dazu kommt pfannengeschwenktes Gemüse und frischer Dill.

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Salat mit geröstetem Buchweizen – Kasha

für 3-4 Portionen als Hauptgericht – am besten warm gegessen

  • 100g Buchweizen
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 1/2 Bund Radieschen (im Original kommt noch 1/2 Fenchelknolle dazu – der Mann mag sie nicht, wenn er sie sehen kann 😉 )
  • ca. 2 EL Raps- oder Sonnenblumenöl zum Braten
  • 150g Kaiserschoten/Zuckerschoten
  • 1 kleine Handvoll frischer Dill (oder 1 gehäufter TL getrocknete Dillspitzen)
  • 42g Erdnüsse (ich habe Haselnüsse verwendet)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2-3 EL griechischer Joghurt

Buchweizen ohne Fett in einer Pfanne rösten, bis er anfängt nussig zu duften und zu knistern. Abkühlen lassen.

Die Hälfte der Frühlingszwiebeln in feine Ringe, den Rest in Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und  die Frühlingszwiebelringe anbraten. Buchweizen und Brühe zugeben und aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren, sodass die Mischung nur eben leicht köchelt. Etwa 40 Minuten garen lassen, dabei nach etwa 20 Minuten gut auflockern.

In der Zwischenzeit Radieschen putzen und in nicht zu dünne Scheiben, Zuckerschoten putzen und schräg in Stücke schneiden. Dill abbrausen, trocken tupfen und grob hacken.

Wenn der Buchweizen gar ist, Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und die verbliebenen Frühlingszwiebeln, Radieschen, Zuckerschoten und Dill zugeben und etwa 2 Minuten andünsten. Das Gemüse soll immer noch bissfest bleiben. Nüsse zugeben und weitere 1-2 Minuten braten, dann vom Herd nehmen. Kasha gut mit Salz und Pfeffer abschmecken, das Gemüse unterrühren oder darauf servieren und einen EL Joghurt dazu geben.

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Glasnudeln mal anders

Wenn ich lange arbeite, bereite ich mir gerne etwas vor, das dann immerhin ein Mittagessen ersetzt. Warm muss es nicht sein, aber ich habe dann gerne etwas anderes als nur ein belegtes Brötchen. Salat gibt es dann oft, aber dieses mal habe ich mir Nudeln gemacht – im Weckglas.

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Das ist praktisch, man kann das Essen auch in der Mikrowelle erhitzen, wenn man den Deckel öffnet und – wichtig! – die Klammern entfernt und hat genau eine Portion!

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Mit Instantnudeln ist das Essen dann auch am Abend zuvor schnell vorbereitet und wartet bis zu seiner Abholung im Kühlschrank. Auch die restlichen Komponenten, die zu meinem asiatischen Nudelsalat dazugehören, sind schnell zubereitet und können nach Belieben variiert werden. Ich habe mich für Sesam-Tofu und eine würzige Marinade mit Sojasauce und Chili entschieden. Als weitere Toppings sorgen geröstete Erdnüsse für den nötigen Biss und Frühlingszwiebeln sowie Gurke für Frische und angenehme Schärfe.

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Asia-Nudelsalat im Glas

für eine Portion

  • 100g schnittfester Tofu (ich hatte Alnatura-Tofu)
  • 3 TL Sojasauce
  • 2 EL Sesam
  • 1 EL Reisessig
  • 1 TL brauner Zucker
  • nach Belieben 1 TL Chilisauce, sweet (z.B. diese hier*)
  • 1 TL Wasser
  • 1/2 rote Chili
  • 1 TL Sesamöl, geröstet
  • 1/2-1 Lauchzwiebel
  • ca. 4cm breit Salatgurke
  • 1/2 Handvoll Erdnüsse, geröstet (und gesalzen)
  • ca. 62g Instant-Eiernudeln (die typischen Mie-Nudeln*, das entspricht einem Block)

Tofu zwischen mehreren Lagen Küchenpapier sanft ausdrücken, sodass überschüssige Flüssigkeit aufgenommen wird. Ggf. mehrmals wiederholen, dann wird der Tofu beim Braten knuspriger. In mundgerechte Stücke schneiden und in 1 TL Sojasauce wenden, danach in Sesam wälzen.

Restliche Sojasauce, Essig, Wasser und Zucker verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Chili von den Kernen und weißen Häuten entfernen und sehr fein würfeln. (Zusammen mit der Chilisauce) Unterrühren.

Lauchzwiebel waschen, putzen und in feine Ringe schneiden, Gurke in Stifte schneiden und Erdnüsse grob hacken.

Nudeln in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und so 5 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Tofustücke darin goldbraun und knusprig braten (Achtung: Der Sesam springt gerne auch aus der Pfanne.). Wer die Lauchzwiebeln gerne etwas geröstet mag, der gibt sie nach dem Tofu ebenfalls noch für 1-2 Minuten in die Pfanne.

Nudeln abgießen und in ein Weckglas (Größe 580ml*) füllen. Die Marinade darüber geben. Darauf Lauchzwiebeln, Gurke, Erdnüsse und ganz oben den Tofu geben. Auskühlen lassen und verschließen (alternativ die Nudeln auskühlen lassen, aber warm nehmen sie die Marinade besser auf).

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Ein kleiner Beitrag für Zorras BlogEvent Sommer, Sonne, Pastaglück (die Idee kommt von Maja von moeyskitchen), bei dem ihr noch weitere leckere Nudelsalate im Glas für Arbeit, Picknick & Co findet!

Blog-Event CXXXII - Pastaglueck (Einsendeschluss 15. Juli 2017)