Rezept vom Doktor

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Die Serviceseiten von Lebensmittelproduzenten, Supermärkten und Küchengeräteherstellern platzen schier vor oftmals wirklich kreativen und guten Rezepten, um die Koch- und Backlust der Kunden zu befriedigen. Es bietet sich ja auch an, sich direkt beim Hersteller zu informieren, was man mit Produkt X oder Gerät Y denn mal anstellen könnte. Das Angebot ist so groß, dass es kaum nachvollziehbar ist, welchen Ursprung ein Rezept hat und so passiert es nicht selten, dass Quellenangaben „verschlampt“ werden oder eine einfache Übersetzung eines Rezepts als eigene Kreation ausgegeben wird – auch bei bekannten Koch- und Backblogs/-büchern… Dabei möchte ich nicht die Möglichkeit außer Acht lassen, dass 2+ Leute unabhängig voneinander die gleichen Ideen haben können, aber den Schutz des geistigen Eigentums und die Anerkennung dessen finde ich wichtig. Auch bei so Kleinigkeiten wie Rezepten. Hier lässt sich doch relativ leicht angeben, woher man seine Inspiration bekommen hat, warum sollte man das also nicht auch machen?

Um wieder zum Thema zurückzukommen: Ich erhalte, wie die meisten Leute, Newsletter. Einige sind nach dem ersten Blick ein Fall für den virtuellen Papierkorb, andere nicht. Einer der letzten Newsletter von Dr. Oetker sprach mich an, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon halb im Hinterkopf, dass ich demnächst eine Idee für das Buffet des Abschlussfestes für die Arbeit brauchen würde. Und der Nudelsalat mit Pistazien-Pesto, der in der Mail vorgestellt wurde, kam gerade recht. Nachdem er verkostet und für lecker befunden wurde, stelle ich euch das Rezept auch gern vor. Ein etwas anderer Nudelsalat, der dennoch einfach zu machen ist. Und ein gutes Rezept für Nudelsalat schadet nie, richtig? Danke, Doktor!😉

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Nudelsalat mit Pistazien-Pesto

für eine ganze Menge Leute (als Beilage für gut 12-15 Portionen)

  • 500g griechische Reisnudeln (Kritharaki)- bekommt man inzwischen bei vielen Supermärkten, ggf. in internationalen Abteilungen oder in türk./arab. Lebensmittelgeschäften
  • 60g Pinienkerne
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Töpfe Basilikum/3-4 Bund Basilikum, je nach Größe
  • 100g Parmesan
  • 50g Pistazien, ungesalzen, geröstet ist ok (ohne Schale)
  • 125g Crème fraîche (mit Kräutern oder mit gut 1 EL mediterrane Kräuter getrocknet oder TK)
  • 1 Limette (Saft & Zesten)
  • 200ml Olivenöl
  • 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, ggf. mehr zum Abschmecken
  • Salz
  • 1 EL flüssiger Honig
  • (ich: zum Abschmecken noch 1/4 TL Tabasco Chipotle)
  • 200g Zuckerschoten (ich: TK, sonst: geputzt)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln

Nudeln nach Packung (10-12 Minuten bei mir) in viel Salzwasser kochen.

In der Zwischenzeit Pinienkerne unter Aufsicht! ohne Fett in einer Pfanne goldbraun rösten, auf einen Teller geben, abkühlen lassen. Knoblauchzehen putzen und grob hacken. Basilikumblätter abzupfen, waschen und trocken tupfen. Einige zum Dekorieren beiseite legen, Rest grob hacken. Parmesan grob reiben. Pistazien und Pinienkerne grob hacken. Auch hier ca. 1 EL für die Dekoration weglegen, Rest mit Basilikum, Parmesan und Knoblauch in ein hohes Gefäß zum Pürieren geben. Crème fraîche (ggf. mit Kräutern anrühren) bis auf 1 EL zugeben und unter Zugabe von Olivenöl, Honig, Limettensaft, Salz und Pfeffer zu einem sämigen Pesto pürieren. Mit Salz und Pfeffer (& Tabsaco) abschmecken.

Nudeln in ein Sieb abgießen und mit ein wenig Kochwasser im Topf oder einer hitzebeständigen Schüssel erkalten lassen.

Zuckerschoten in kochendem Salzwasser ca. 2 Minuten blanchieren, in ein Sieb abgießen und kurz in Eiswasser geben. Wenn sie kalt sind, abgießen und in schräge ca. 1cm breite Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, mit dem Grün in feine Ringe schneiden.

Sind die Nudeln erkaltet, Gemüse und Pesto untermischen. Mit der restlichen Crème fraîche, den Nüssen und Basilikum sowie Limettenzesten anrichten.

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Spiralcerisium

Schon vor zwei Tagen wollte ich das posten.. aber im Moment ist die Zeit fürs Bloggen knapp. Auf dem Balkon blühen meine Lieblinge (Hosta) und ich bekomme in diesem Jahr kaum etwas davon mit. Alles will in Kisten verpackt werden, der Umzug steht an. Im Zuge dessen werden auch die letzten tiefgekühlten Vorräte verbraucht, was unter anderem zu diesem Kuchen führte: Kirschschnecken mit Zitronenguss.

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Das Rezept dafür stammt aus einer älteren Lecker Bakery (ihr findet es aber auch hier) und ich habe es nur minimal verändert, weil mir das Original nicht zitronig genug war. Im Sommer darf es gern etwas mehr brizzeln!

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Der Quark-Öl-Teig ist schön saftig und schmeckt auch noch am (über)nächsten Tag, natürlich aber immer am besten am Tag der Zubereitung. Und das Rezept funktioniert natürlich auch mit jeglicher Sorte Beeren oder anderen Steinfrüchten. Bei den zarten Himbeeren sollte man den Anteil der Marmelade allerdings vielleicht erhöhen.

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Kirschschnecken mit Quark-Öl-Teig und Zitronenguss

für eine Springform von 26 cm Durchmesser

  • 225g Mehl und etwas zum Ausrollen und Ausmehlen der Form
  • 7g Backpulver (1/2 Päckchen)
  • 68g Vanillezucker (selbst angesetzt)
  • 1 Prise Salz
  • 50ml Milch
  • 50ml neutrales Öl (ich habe Rapsöl verwendet) und etwas zum Einfetten der Form
  • 125g Magerquark
  • 500g Sauerkirschen (entsteint, aufgetaut, Saft abgegossen)
  • 125g Sauerkirschkonfitüre (mit Vanille)
  • 75g Puderzucker
  • 1,5 EL Zitronensaft, frisch gepresst
  • Abrieb von 1/2 großer Zitrone

Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Zucker und Salz) vermengen und mit Quark, Öl und Milch zu einem homogenen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt mind. 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Form mit wenig Öl einpinseln und mit Mehl ausstreuen. Überschüssiges Mehl durch Abklopfen lösen und auskippen. Marmelade (in der Mikrowelle) leicht erwärmen und mit den Kirschen glattrühren.

Wenn der Teig kalt genug und formbar ist, den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen und den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa backblechgroßen Rechteck ausrollen. Die Kirschen mit etwas Luft zum breiteren Rand gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Von der Längsseite her aufrollen und die Schlusskante etwas andrücken. In etwa 2-3 cm breite Scheiben schneiden und in die vorbereitete Springform legen. Für 20-25 Minuten backen (Stäbchenprobe), dann auf einem Gitter nicht ganz vollständig auskühlen lassen.

Puderzucker und Zitronensaft glattrühren und auf den noch warmen (nicht heißen) Kuchen geben. Mit Zesten bestreuen und gänzlich abkühlen lassen.

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Erst um die Finger, dann um die Gabel gewickelt

Mal ehrlich, welches Kind von heute kennt noch Telefonschnüre?

Diese gedrehten Kabel zwischen Hörer und Gerät, zwischen deren Windungen man die Fingerspitzen klemmen und mit denen man die maximale Reichweite des Telefons austesten konnte (die aber nie an die zimmerumspannende amerikanischer Serien ranreichte). Die sich selbst oder unter Mithilfe der eigenen Fingerwickelei zu Wirrwarr verdrillten und an irgendeiner Stelle auf einmal einen gerade verlaufenden Abschnitt hatten.

In Zeiten von Handy und Funktelefon hat man doch  eher mit den Haarbändern zu tun, die das gleiche Aussehen haben, zu tun.

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Käse wie Telefonschnüre lang ziehen machen große und kleine Kinder dennoch gern, komme was wolle. Mit den Suppli al telefono darf man das auch gern. Den Namen haben sie tatsächlich vom Käse, der sich – ähnlich wie die Telefonschnüre – so lang zwischen den Reiskroketten ausziehen lässt. Dazu gibt es – ebenfalls ein Kinderliebling – Tomatensauce.

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Für die Suppli (der Name leitet sich von Überraschung ab) kann man übrig gebliebenes Risotto verwenden – perfekte Resteverwertung – oder eben abgekühltes frisch gekochtes. Das Grundrezept lässt sich geschmacklich natürlich abwandelt, es sollten nur nicht zu große Gemüsestücke o.ä. enthalten sein.

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Suppli al telefono mit Tomatensauce (Risottokroketten)

für 2 Personen (8-10 Suppli) und Tomatensauce für 3-4

für das Risotto

  • 1 Schalotte
  • 1 TL Olivenöl
  • 2x 15g Butter
  • 135g Risottoreis
  • 35ml trockener Weißwein
  • 450ml Gemüsebrühe, heiß
  • 25g Parmesan, gerieben

Schalotte fein hacken und in (15g) geschmolzener erhitzter Butter und Olivenöl in einem schweren Topf glasig anschwitzen. Reis dazugeben und kurz mitdünsten lassen, bis der Reis vollkommen vom Fett überzogen ist. Mit Weißwein ablöschen und die Flüssigkeit verköcheln lassen. Auf kleiner Hitze nun immer wieder portionsweise Brühe zufügen, bis der Reis die Flüssigkeit gerade eben aufgesogen hat. Dabei immer wieder rühren, um ein Ansetzen am Boden zu verhindern.

Ist alle Brühe verbraucht, den Topf vom Herd nehmen, Parmesan und restliche Butter unterrühren.

Für die Suppli das Risotto auf maximal handwarm abkühlen lassen.

für die Tomatensauce

  • 1 mittlere rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 EL Tomatenmark
  • (Erwachsenenvariante: 1 TL Harissapaste)
  • 1 TL gemischte italienische Kräuter (getrocknet, oder 1 EL frische)
  • 500g passierte Tomaten
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • 125g Cherrytomaten/kleine Datteltomaten
  • 1 TL Rohrohrzucker oder brauner Zucker
  • (Orangen-)Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
  • 2 Handvoll frische Basilikumblätter

Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel im warmen Öl glasig anschwitzen, den Knoblauch zugeben und 1-2 Minuten mitdünsten. Zimt, Tomatenmark und Harissa zuegeben und bei etwas höherer Hitze unter Rühren anrösten, bis es intensiv duftet. Kräuter zugeben und mit Tomatenpüree ablöschen. Bei kleiner Hitze aufköcheln lassen. Grob gewürfelte Tomaten und Lorbeerblatt zugeben. Zucker einrühren. 10 Minuten ohne Deckel bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Mit Salz, Pfeffer abschmecken und bis zum Servieren warmhalten, dann mit Basilikumstreifen anrichten.

für die Suppli

  • abgekühltes Risotto (s.o.)
  • 1/2 Kugel Büffelmozzarella
  • 4-5 EL Pesto (ich: Radieschenblätterpesto)
  • 5-6 halbgetrocknete Tomaten in Öl, abgetropft
  • Paniermehl
  • etwas Olivenöl zum Ausbacken

Mozzarella in 8-10 gleich große Würfel schneiden. Tomaten grob würfeln.

Risotto in 8-10 gleich große Portionen teilen. Auf der jeweils Handfläche zu einem breiten Fladen formen, darin etwa 1/2 TL Pesto mit dem Löffel etwas verstreichen. Tomaten- und Mozzarellawürfel daraufsetzen und vorsichtig mit beiden Händen zur Kugel formen. In Paniermehl wenden und in Öl bei mittlerer Hitze goldbraun von allen Seiten ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Mit der Tomatensauce oder zu Salat servieren.

Rezept für die Suppli aus Kochen: Grundtechniken,Rezepte und Profitipps*

Mein zweiter Beitrag zum Blogevent vom kochtopf, dieses Mal von Sarah erdacht.

Blog-Event CXXI - Mit Essen spielt man doch! (Einsendeschluss 15. Juli 2016)

Froschsuppe

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Sowas hatte ich noch nie auf dem Teller: Frösche! Gleich zwei, die sich dort im Teich tummeln, halb untergetaucht. Vorsichtig lugen sie neben Seerosen aus der Suppe. Der Suppe? Klingt nach Spaß und Klamauk? Gut! Denn dann passt das Gericht in seiner Ausführung zum Blogevent vom kochtopf:

Blog-Event CXXI - Mit Essen spielt man doch! (Einsendeschluss 15. Juli 2016)
Die Idee kommt von Sarah von Kinder, kommt essen! und die Froschsuppe ist mein erster Beitrag dazu.

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Das Rezept für die Heiße Joghurtsuppe mit Graupen stammt von Ottolenghi. Für einen nicht allzu großen Hunger eignet sie sich als ganzjähriges Hauptgericht oder als Vorspeise. Damit der Joghurtgeschmack intensiver wird, habe ich Schafsmilchjoghurt verwendet (6% Fett). Es ist wirklich schön, dass die Auswahl auch „speziellerer“ Lebensmittel in normalen Supermärkten stetig zunimmt.

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Froschsuppe – Heiße Joghurtsuppe mit Graupen nach Ottolenghi (mit Fröschen eben)

für 2 Personen

  • 100g Graupen
  • 2 TL Salz
  • 1 mittlere Schalotte
  • 30g Butter (ca. 1 EL)
  • 3/4 TL getrocknete Minze
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 200g (Schafs-)Joghurt, sonst griechischer Joghurt
  • 1 Ei
  • 10 Zweige Minze
  • 10 Zweige Petersilie
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
  • 2-4 Enden ohne Stielansatz (also die ehemaligen Blütenenden) von Minigurken
  • ein paar Minigurkenscheiben
  • 2-4 Cherrytomaten
  • 4-8 Nelken, Pfefferkörner o.ä. als Deko für die Augen

Graupen in 800ml Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen und 15-20 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dann vorm Herd nehmen. Es sollten noch etwa 500ml im Topf sein, sonst heißes Wasser nachgeben.

In der Zwischenzeit die Schalotte putzen, fein würfeln und in der zerlassenen Butter mit der getrockneten Minze glasig dünsten, herausnehmen und zu den Graupen geben. Die Frühlingszwiebel in feinen Scheiben nach Wunsch ebenfalls anbraten (habe ich so gemacht) oder roh belassen.

Für die Frösche die Gurkenenden je nach Tellertiefe ca. 3-4 cm lang schräg abschneiden und weitere Scheiben für die Seerosenblätter und die Froschaugen abschneiden. Die Gurkenenden bekommen hinten an der längeren Seite Kerben, um die Froschaugenscheiben festzustecken. Dazu habe ich seitlich mit dem Messer zwei eher tiefe Einschnitte gemacht, die Gurkenscheiben je nach Größe halbiert bzw. geviertelt und dann mit kleinen Nelken festgesteckt. Die Seerosenblätterscheiben einfach mit einer Kerbe versehen.

Für die Seerosenblüten die Tomaten mit einem spitzen scharfen Messer mittig zickzackförmig einschneiden, dabei die Tomaten bis zur Mitte durchtrennen. Den Tomatenboden wenn nötig ebenfalls eben abschneiden, damit die Blüten besser stehen.

Minze und Petersilie waschen, trockentupfen und die Blätter fein hacken.

Ei und Joghurt in einer ausreichend großen (ca. 1 l fassenden), hitzefesten Schüssel kräftig verrühren. Die heißen Graupen mit dem Sud löffelweise unter Rühren in den Joghurt geben, bis dieser ebenfalls erwärmt ist. Dann den Schüsselinhalt in den Topf zurückgeben und die Joghurtsuppe bei mittlerer Hitze unter stetigem Rühren aufkochen lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Die Suppe in Teller füllen, die Frösche hineinsetzen und die Seerosenscheiben mit den Tomatenblüten darauf verteilen. Kräuter und Frühlingszwiebeln als „Schilfgürtel“ am Tellerrand verteilen.

Quelle für die Heiße Joghurtsuppe: Jerusalem* von Ottolenghi

Mit ganzen Früchten – Orangenkuchen nach Yvette van Boven

Der erste Happen vom Kuchen verschwand im Mund. Dann große Augen: „So orangig!“ Und die Ankündigung, dass damit der erste Geburtstagswunsch feststeht. „In groß!“

Ok, verstanden. Auch bei den Kollegen kam der Kuchen gut an – er war meine glutenfreie Alternative auf dem Kuchenbuffet.

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Orangiger kann ein Kuchen in der Tat kaum sein, denn hier wird die Frucht gänzlich verarbeitet. Das Kochen der ganzen Orangen kostet etwas Zeit, aber dafür ist die Zubereitung sehr unkompliziert. Anstelle von Mehl werden gemahlene Mandeln und Polenta verwendet und wer möchte gibt noch in Sirup gegarte Orangenscheiben auf den Kuchen.

Orangenkuchen mit Polenta nach Yvette van Boven

für eine Springform von 18-20cm Durchmesser (für einen Durchmesser von 26-28cm Zutaten verdoppeln)

  • 1 Bioorange (& eine weitere für den Belag)
  • Saft von 1/2 Zitrone (1,5-2 EL)
  • 50g Polenta
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 TL selbst angesetzten Vanillezucker
  • 50g gemahlene Mandeln (müssen nicht blanchiert sein)
  • 3 Eier
  • 125g Rohrohrzucker (& 65g für den Belag)

Die Orange in einem Topf (nahezu) vollständig mit Wasser bedecken und mit Deckel eine Stunde lang kochen, bis die Orange weich ist. 125ml Wasser abmessen und beiseite stellen, restliches Wasser abgießen. Orange abkühlen lassen.

Für den Belag die zweite Orange nach Wunsch wie zum Filetieren schälen. Dazu oberes und unteres Ende quer abschneiden, die Orange auf ein Brett o.ä. stellen und dann die Schale mit einem scharfen Messer von oben nach unten kurvenförmig abschneiden. Die weiße Haut sollte eben gerade entfernt worden sein.

Man kann die Orangen auch einfach quer in dünne Scheiben (2-3mm) schneiden. Die Schale wird beim Kochen weich, aber das schmeckt nicht jedem.

Das aufgefangene Wasser und den Zucker für den Belag dann im Topf wieder aufkochen lassen und rühren, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.  Die Orangenscheiben vorsichtig dazugeben und einmal im Sirup aufkochen lassen. Den Topf von der Flamme nehmen und abkühlen lassen. Die abgekühlten Orangenscheiben dann abtropfen lassen. Den Sirup kann man sehr gut für das Aromatisieren von Wasser, Tee oder anderen Getränken nutzen oder ihn auf Joghurt geben.

Form mit Backpapier auskleiden (Boden) und Rand einfetten. Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Orange in einem hohen Gefäß pürieren, dabei auf Kerne achten und diese ggf. entfernen. Mit Polenta, Mandeln und Backpulver und Vanillezucker mischen.

In einem zweiten Gefäß die Eier mit Zucker weiß schaumig schlagen und die Orangenmasse vorsichtig darunterrühren (Löffel, kein Mixer). In die Form geben und glatt streichen. 30-35 Minuten goldbraun backen, bei größerer Form ggf. länger (Stäbchenprobe!). Auskühlen lassen, dann mit Orangenscheiben belegen.

Schmeckt pur, mit einem Klecks saurer Sahne oder einer Kugel Vanilleeis. Da der Kuchen lange frisch bleibt, eignet er sich auch gut für ein Picknick und kann problemlos 2 oder 3 Tage nach Zubereitung genossen werden.

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Quelle: Home Made

Die Frage „Können wir das nicht auch mit Limetten machen?“ wird dann wohl demnächst beantwortet. Ich denke, hierzu sollte dann tatsächlich etwas milchsaures zum Ausgleich dabei sein. Abwarten!

Brot mit Bier, das rat ich dir!

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Über Bier gibt es diverse Weisheiten – vor dem Wein ok, danach nicht. Drei Bier sind auch ein Schnitzel und zwischen Leber und Milz.. ein Stein, ein Mörtel, ein.. Ihr wisst schon!

Bier und Brot haben so ihre Schnittmenge. Das Getreide, der Nährwert, vielleicht auch der Ruf unseres Landes für die Qualität der Produkte, die Vielzahl regionaler Spezialitäten. Warum also nicht Bier ins Brot geben? Nicht „nur“ Treber, sondern direkt das Bier? Das geht und mit den verwendeten Bieren verändert sich auch der Geschmack des Brotes. Ein wenig. Ich habe dieses Mal Braukatz Pale Ale verwendet, ein Allgäuer Bier (insofern eine Nord-Süddeutsche Koalition). Ein Bier, das in erster Linie wegen des Namens (ja, ich bin miezaffin) auf sich aufmerksam machte, aber insbesondere dem Freund schmeckte.

Die Krume ist mir hier noch etwas zu dicht, deswegen möchte ich beim nächsten Mal das Bier nicht nur erwärmen, sondern kurz köcheln lassen, damit der Alkohol verdampft und die Aktivität der Hefe verbessert wird. Nichtsdestotrotz ist der Teig gut aufgegangen und das verwendete Mehl recht schwer. Das Brot ist kräftig, aromatisch und hält sich recht lange frisch.

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Dazu passt so ziemlich alles Herzhafte und auch Süße, was man mag. Zum Beispiel Radieschenpesto! Warum sollte man auch die (sehr frischen) Blätter von Radieschen wegwerfen? Mit Parmesan und Nüssen (ich habe Paranüsse verwendet) wird daraus ein grünes Multitalent für Nudeln, Brot, Dips und Fisch, das man mal probieren sollte!

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Bierbrot

für ein Brot von 22-26 cm Durchmesser

  • 1 Flasche (0,33l) helles Bier
  • 21g frische Hefe
  • 3 EL Honig
  • 500g Weizenvollkornmehl und etwas zum Bearbeiten
  • 250g Roggenmehl 1150
  • 1,5 EL Salz

Bier erwärmen, bis es lauwarm ist, Hefe dazubröseln und mit Honig verrühren, bis er aufgelöst ist. Gut 5 Minuten stehen lassen, bis sich Blasen bilden. Mehle mit Salz in einer großen Schüssel mische und die Biermischung sowie 175ml lauwarmes Wasser zugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Gut eine Stunde an einem warmen Ort (Backofen mit eingeschalteter Lampe) gehen lassen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz kneten, dann rund wirken und in eine mit Backpapier ausgekleidete Springform geben. Mit einem Messer nach Wunsch einschneiden und erneut 30 Minuten warm gehen lassen.

Dann den Ofen auf 200°C Umluft aufheizen und mit einem (ofenfesten) Schälchen Wasser im Ofen etwa 35 Minuten backen. Das Brot sollte sich beim Daraufklopfen hohl anhören.

Etwas auskühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Rezept vom hier

Radieschenblätterpesto

für 3 Gläser à 140ml

  • sehr frische Blätter von 1 Bund Radieschen
  • 50 g Parmesan
  • gut 50g Nüsse (ich: Paranüsse.)
  • Olivenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und (Orangen)Salz zum Abschmecken
  • nach Wunsch einige Zweige Minze

Blätter waschen, grob zerrupfen und mit dem geriebenen Parmesan sowie den grob gehackten Nüssen(, der Minze) und etwas Öl nach Wunsch fein oder mittelfein pürieren. Soviel Öl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In heiß ausgespülte Gläser füllen und mit Öl überschichten.

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Hörnchen für viele Gelegenheiten

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In letzter Zeit gibt es einige Frühstücksrezepte hier auf dem Blog. Tja, zu zweit ist das, vor allem am Wochenende, ja auch schöner. Da nimmt man sich schon mal vor, etwas anderes auf den Tisch zu bringen, Brötchen selbst zu backen oder eben Butterhörnchen. Der Sauerteig ist reaktiviert und darf bald wieder zum Einsatz kommen, die Hefe landet regelmäßig im Einkaufswagen.

Diese Hörnchen hier sind aber nicht so süß, so dass sie auch für Käse oder anderen herzhaften Belag geeignet sind und auch als Pausenverpflegung herhalten können.

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Da das mein erstes Mal war, dass Butterhörnchen gebacken wurden, möchte ich dieses einfache und gute Rezept mit euch teilen. Gefunden habe ich es bei Slava (hier gibt es allerhand Gebäck, stöbert mal herum!).

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Butterhörnchen – nicht zu süß

für 12 Hörnchen

  • 500g Mehl 550
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Saure Sahne
  • 1 Ei (Größe M)
  • 3 TL Rapsöl
  • 250ml Milch
  • 1 EL Zucker
  • 21g frische Hefe (1/2 Würfel) (bei langer Führung ber Nacht 10g)
  • Mehl zum Ausrollen
  • ca. 2 EL flüssige Butter, nicht zu heiß
  • Eigelb oder Milch/Sahne zum Bestreichen

Milch erwärmen und lauwarm mit Zucker mischen, bis er vollständig aufgelöst ist. Hefe zerkrümelt dazugeben und 5 Minuten stehen lassen, bis die Mischung leicht anfängt zu schäumen.

Mehl, Salz, saure Sahne, Ei und Öl vermischen und die Hefemischung zugeben. Alles zu einem geschmeidigen Teig kneten (Mixer mit Knethaken, ca. 5 Minuten lang). Den Teig dann mit etwas Mehl in 5 Portionen teilen und diese zu Kugeln formen.

Auf bemehlter Arbeitsfläche die erste geformte Kugel mit dem Nudelholz zu einem flachen Kreis auswellen. Mit Butter bestreichen. Mit der zweiten bis 5. Kugel könnt ihr ebenso verfahren, oder aber diese direkt auf Backpapier ausrollen, so dass ihr diese Teigplatte leicht auf die erste legen könnt. Bis auf die letzte Teigplatte alle Oberseiten mit Butter bestreichen.

Den Teigstapel nun etwas zusammendrücken und mit dem Teigholz weiter gleichmäßig kreisförmig ausrollen. Den Fladen nun in zwölf gleichgroße Stücke schneiden (wie eine Torte). Diese Stücke dann von der breiteren Seite her aufrollen und die Enden leicht nach vorn biegen, so dass eine Halbmondform entsteht. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, dabei genug Abstand zueinander lassen. Mit Frischhaltefolie abgedeckt 1-1,5 Stunden warm gehen lassen. (Achtung: wenn im Ofen mit eingeschaltetem Licht, dann bitte die unteren Schienen nutzen und nach der Halbzeit wechseln.)

Slava schlägt auch eine Variante mit langer Teigführung – über Nacht – vor, bei der nur 10g Hefe verwendet werden sollen.

Ofen bei Ober-/Unterhitze auf 200°C vorheizen und die Hörnchen mit Ei bestreichen. Auf der zweitunteren Schiene 15-20 Minuten backen.

Hier funktioniert auch das Vorbacken (halb so lange, dann abgekühlt in den Tiefkühler) oder einfach fertig gebacken einfrieren und 12-15 Minuten bei 150°C Umluft wieder aufbacken.

Kultureller Austausch

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Es ist EM, mal wieder. Obwohl ich die fußballerischen Großereignisse in den vergangenen Jahren doch zum Teil sehr interessiert verfolgt habe, hält sich die Zahl der gesehenen Spiele und der bewusst wahrgenommenen Ergebnisse jetzt bisher sehr in Grenzen. Warum? Gute Frage. Insgesamt hat mein Interesse an Fußball abgenommen und dann finde ich anderes einfach wichtiger, dem ich meine Zeit widmen möchte.

So man sich aber diesem Ereignis mit mehr Enthusiasmus hingeben, dann doch gerne mit etwas Kulturerfahrung. Es wird so viel über das Gastland berichtet, man bemerkt vielleicht über die Spiele Interesse für andere Teilnehmerländer (siehe Island), selbst die Supermärkte haben verstärkt landestypische Produkte im Angebot. Auch hier gibt es tolle Rezeptsammlungen. Wer die eigene Mannschaft feiern möchte, findet auch auf den Blogs Inspirationen und natürlich wird viel über Pausen- und Währenddessen-Snacks berichtet. Lasst euch inspirieren und genießt die Zeit – mit oder ohne Fußball!

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Hier gibt es eine kleine gebackene Hommage an das Gastland. Zuletzt vor ein paar Wochen genossen, jetzt mit einer kleinen Änderung, so dass auch Schokofreunde auf ihre Kosten kommen: Clafoutis aux cerises. Ein kleiner unkomplizierter Nachtisch oder süßer Hauptgang aus Frankreich mit Kirschen. Wer anderes Obst verwenden möchte, kann dies natürlich auch.

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(Schoko)Clafoutis aux cerises

für zwei Förmchen mit 20 cm Durchmesser oder 4 kleinere (ca. 8cm)

  • 200ml Milch
  • 2 Eier
  • 50g Vanillezucker
  • 100g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • und 4 TL Kakaopulver, schwach entölt (Backkakao) für die ganze Menge bzw. 2 TL für die Hälfte
  • 1 gute Handvoll Kirschen oder andere Früchte (geputzt)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Alle Zutaten bis auf Obst und Puderzucker miteinander zu einem glatten flüssigen Teig verrühren.

Obst in den (gefetteten – war bei meinen Keramikformen nicht nötig) Förmchen verteilen und mit dem Teig aufgießen. Dabei nur etwa bis zur Hälfte/ maximal zu 2/3 auffüllen.

Für 15-20 Minuten, je nach Größe der Form, backen. Noch warm mit Puderzucker bestäuben und servieren.

Lecker dazu sind auch Eis oder Parfait.

 

Und in der allergrößten Not…

… schmeckt das Brot auch ohne den Käse! Jawohl, hier wird noch Brot gebacken! Gerne mit etwas Motivationsschub seitens des Bread Baking Days, dieses Mal ausgerichtet von Susanne von magentratzerl und dem Motto Sandwichbrot.

Allzu oft nehme ich Brot gar nicht mit als Pausensnack oder Mittagessen, da ich oft das Gefühl habe, zu viel altbackenes Brot zu produzieren, so langsam wie ich es aufbrauche. Mit dem dann wieder etwas Sinnvolles anstellen, bringt mich wiederum erneut in Zugzwang. Ich und Lebensmittel wegwerfen? Das geht nicht gut zusammen. Und so gern ich Panzanella & Co mag, muss es doch nicht dauernd sein. Nun gut. Hier habe ich ein kleines Kastenbrot gebacken. In 3-4 Tagen ist das – allerdings nicht allein – dann auch aufgebraucht und durch das Toasten länger lecker.

Drin stecken Datteln, Honig und Sesam, die das Brot ideal zum Frühstücken aber auch zum Kaffee als Kuchenersatz machen. Als Belag eignet sich von Butter über süßem Aufstrich, Frischkäse bis hin zu würzigem Bergkäse wirklich einiges.

Bei mir sind einmal Salat, würziger Camembert, Elfen-Chutney mit Kürbis, Apfel und Chili und Blaubeeren darauf gelandet, ein anderes Mal Salat, Frischkäse natur, französischer Landkäse und Erdbeeren. Lecker!

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Dattel-Honig-Brot mit Sesam

für eine Kastenform von etwa 22cm Länge

  • 250g Weizenmehl 550
  • 75g Weizenvollkornmehl oder Dinkelmehl 630
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 200ml lauwarmes Wasser
  • 3 EL Honig
  • 3 EL neutrales Öl & etwas zum Ausfetten der Schüssel
  • 75g Datteln, entsteint
  • 2 EL Sesamsamen + einige zum Bestreuen
  • Milch oder Eigelb zum Bepinseln
  • etwas Butter zum Fetten der Form

Mehle mischen, mit Trockenhefe und Salz vermengen. In einem zweiten Gefäß Wasser und Honig verrühren, bis sich der Honig aufgelöst hat. Zum Mehl geben und zusammen mit dem Öl gut verkneten. Den Teig in einer mit etwas Öl ausgestrichenen Schüssel eine Stunde an einem warmen Ort (Backofen mit eingeschaltetem Licht) abgedeckt (Frischhaltefolie) gehen lassen.

In der Zwischenzeit können die Datteln grob gehackt und die Kastenform eingefettet werden.

Datteln und Sesam in den Teig kneten und in die vorbereitete Form geben. Weitere 30 Minuten warm und abgedeckt gehen lassen.

Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Brot mit Milch/Eigelb bepinseln und Sesam darauf streuen. Etwa 30 Minuten backen lassen. Falls das Brot zu dunkel wird mit Alufolie abdecken.

Rezept aus Omas Backrezepte, Parragon Verlag.