Der Fantasie keine Grenzen

Aus einem „Warum?“ ein „Warum nicht?“ machen, lohnt sich nicht immer. Manche Dinge sollte man auch einfach sein lassen, klar. Deswegen gab es das Blumenkohl-Porridge auch nur einmal. Zum Glück sind die wenigsten etwas ausgefalleneren Rezepte, die ich ausprobiere, weniger lecker. Meistens sind sie gut, manchmal sogar richtige Überraschungen. Dazu gehört dieses: Steinpilz-Crème brûlée mit karamellisierten Pilzen.

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Zunächst zweifelte ich auch, zumal gerade dieses Gericht auf dem Foto im sonst so schön gestalteten Buch The Vintage Tea Party Year von Angel Adoree nicht so einladend aussieht. Aber diese herzhaft-süße Creme ist die perfekte Vorspeise für die kälteren Tage im Jahr und das von mir – dem nicht-so-wirklich-Pilzfreund. Gegessen wird sie warm, vielleicht schmeckt sie aber auch kalt (dann aber erst vor dem Servieren Zuckerkruste und karamellisierte Pilze zubereiten). Die Zubereitung braucht ein wenig Zeit, ist dafür aber einfach. Aber seht selbst und! kocht nach!

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Steinpilz-Crème brûlée mit karamellisierten Pilzen

für 2 Portionen

  • 150ml Milch
  • 5g getrocknete Steinpilze
  • 75ml Sahne
  • 1/2 TL Thymian frisch oder getrocknet (im Original nicht enthalten)
  • eine gute Prise Muskatnuss, gerieben
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 Eigelb
  • 3 EL brauner Zucker
  • 1-2 Champignons oder andere kleine Pilze
  • 50ml Sherrybalsamico

Die getrockneten Steinpilze in eine Schale geben. 75ml Milch gerade zum Kochen bringen und über die Pilze gießen. Zwei Stunden einweichen lassen, dabei die Pilze ab und an unter die Oberfläche drücken. Die Pilze mit der Milch zu einer dickflüssigen Masse pürieren und durch ein feines Sieb streichen, Flüssigkeit auffangen.

Ofen auf 100°C Umluft vorheizen, Wasserkocher oder -kessel füllen und zum Kochen aufsetzen.

Restliche Milch mit Sahne erhitzen, zum Simmern bringen. Vom Herd nehmen und die Milchpilzmischung zufügen, gut verrühren. Nun die verquirlten Eigelbe, Thymian und Gewürze zugeben, alles gut verrühren. Auf zwei ofenfeste Gläser/Schalen o.ä. aufteilen und in eine ofenfeste Form oder die Fettpfanne des Backofens setzen: Der Wasserstand sollte gleich etwa bis zur Hälfte des Gefäßes mit der Creme reichen.

Achtung: Nicht in die Cremeförmchen gießen/kleckern: Die ofenfeste Form so weit mit heißem Wasser füllen, dass das Wasser etwa bis zur Hälfte der Förmchen reicht. Etwa 45 Minuten stocken lassen. Die Creme sollte noch leicht wabbeln, aber nicht mehr flüssig sein.

Während der letzten Minuten im Ofen die Garnitur vorbereiten: Pilze putzen und je nach Größe in feine Scheiben schneiden oder ganz verwenden. Den Essig mit 2 EL Zucker in Topf oder Pfanne verrühren und köcheln lassen. Beginnt die Mischung sirupartig zu werden, die Pilze zugeben und unter gelegentlichem Schwenken 3-4 Minuten karamellisieren lassen.

In der Zwischenzeit pro Form 1 TL Zucker auf der Oberfläche verteilen und mit dem Brenner schmelzen und leicht karamellisieren. Die Pilze auf der Creme verteilen und servieren.

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Traut euch an das Rezept, es lohnt sich! Denn das sind doch wunderbare Aspekte beim Kochen und Backen: Kreativität und Fantasie.

Mein zweiter Beitrag zum Kochtopf BlogEvent zum Thema Wild & Pilz ausgedacht von Mario.

Blog-Event CXIV - Wild & Pilz (Einsendeschluss 15.11.2015)

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4 Gedanken zu “Der Fantasie keine Grenzen

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